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Celle Stadt Mehr Touristen in Celle: Kleine Orte als Wachstumstreiber
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehr Touristen in Celle: Kleine Orte als Wachstumstreiber
17:16 24.02.2014
2013 aber waren es die kleineren Orte wie etwa Bergen, Winsen und Müden sowie Eschede, die eine deutliche Steigerung bei den Übernachtungen verbuchten.
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Ein reichlich bescheidendes Frühjahr 2013 hatte der Landkreis Celle in Bezug auf Tourismus erlebt. Bis in den Mai hinein kalte Temperaturen, dazu dann auch noch Hochwasser. Der Chef der Lüneburger Heide GmbH (LHG), Ulrich von den Bruch, war sich damals sicher, dass „wir diese Rückstände über das Jahr nicht mehr aufholen.”

Umso erfreuter ist er deshalb jetzt über seine Fehleinschätzung. So hat der gesamte Landkreis Celle nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes trotz des Ausfalls im Frühjahr ein Plus von 4,9 Prozent erwirtschaftet. Insgesamt wurden in Beherbergungsbetrieben ab zehn Betten 625.500 Übernachtungen gezählt.

Die Stadt Celle ist dabei mit 0,6 Prozent dieses Jahr nicht der Wachstumstreiber. Die Leiterin der Celler Tourismus und Marketing, Marianne Krohn, ist aber froh, trotz der Frühjahrsdelle das Plus geschafft zu haben. Sie führt das unter anderem auf „massive Werbung um die Messegäste” aus Hannover zurück. Außerdem sei der Inlandstourismus gestiegen. Der Idee, weitere Messegäste über einen Shuttleservice nach Celle zu losten, steht sie allerdings skeptisch gegenüber. „Messegäste akzeptieren einen gewissen Anfahrtsweg, aber ich bezweifele, dass sie das bis weit in den Norden akzeptieren werden”, sagt Krohn. Sie hofft in den kommenden Jahren darauf, dass die Zahl der Betten in der Stadt weiter aufgestockt werden, weil in Spitzenzeiten aus ihrer Sicht Kapazitäten fehlen.

Winsen hat ebenfalls mit der eigenen Vermarktung die Messegäste im Visier und im vergangenen Jahr auch dazugewonnen. Die Kooperation mit Hannover soll laut Friedrich-Wilhelm Falke, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Allertal GmbH – Tourismus Winsen, weiter ausgebaut werden. Wachstumstreiber waren im Landkreis Celle aber auch Müden, das zum Beispiel ein Plus von 11,2 Prozent verbuchte oder der Ort Faßberg mit einem Plus von sogar 57,7 Prozent. Über die ganze Gemeinde Faßberg, die noch vor einigen Jahren das Schlusslicht war, ergibt sich ein Zuwachs von 19,1 Prozent. In Bergen gab es einen Sprung um 30 Prozent, Eschede nimmt um die 20 Prozent zu. Hermannsburg muss ein leichten Minus verkraften, was laut der LHG an dem Betreiberwechsel im Seminaris-Hotel liegt.

Von dem Bruch sieht durch die Zahlen die Arbeit der LHG naturgemäß bestätigt. 2010 hat die Vermarktungsgesellschaft die Werbung für den Landkreis Celle übernommen und bisher waren die Ergebnisse noch nicht so wie gewünscht. Das ändert sich mit den jetzigen Zahlen. „Es ist eine ähnliche Entwicklung wie in Harburg. Dort sind die Zahlen auch um sechs Prozent pro Jahr gestiegen, als wir dort übernommen haben”, so der Tourismus-Chef. Auch der milde Winter 2013 habe sicher eine Rolle gespielt. „Derzeit läuft es auch gut auf den Buchungsplattformen. Wir liegen 35 Prozent über den Zahlen vom vergangenen Jahr. Das könnte top werden.”

Dass mehr Touristen kommen, hat auch mit den Hoteliers zu tun, die vermehrt Pakete anbieten, die sich gut vermarkten lassen. „Es wird besser, aber viele machen immer noch nicht mit”, so von dem Bruch. Das gelte auch für die Beachtung von Hinweisen durch die LHG, was Gäste sich wünschen.

In den kommenden Monaten will die Tourismusgesellschaft noch stärker einzelne Segmente bewerben. „Celle ist zum Beispiel in der Naturschiene mit den Rad- und Wanderwegen sehr weit vorne”, so von dem Bruch. Was dort noch fehle, seien die geführten Touren. Gerade diese mit besonderer Zielstellung wie zum Beispiel zur Hirschbrunft seien sehr gut nachgefragt.

Von Tore Harmening