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Celle Stadt Mehr als 100 neue Windräder im Kreis Celle?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehr als 100 neue Windräder im Kreis Celle?
22:08 10.06.2017
Von Simon Ziegler
Im Windpark bei Beedenbostel drehen sich seit einigen Tagen alle Anlagen. Das Repowering-Projekt der dean-Gruppe ist damit abgeschlossen. Im Kreis Celle sollen bald neue Windkraft-Gebiete ausgewiesen werden. Quelle: Alex Sorokin
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Die Windkraft-Pläne des Landkreises Celle sind auf der Zielgeraden. Seit Jahren arbeitet der Landkreis an einem Regionalen Raumordnungsprogramm. Dieses soll herausfiltern, wo neue Windräder gebaut werden könnten. Das war bis vor wenigen Jahren Sache der Gemeinden und Samtgemeinden. Doch das Land Niedersachsen verlangt, dass jeder Kreis ein eigenes Raumordnungsprogramm vorlegt.

Derzeit sind die Pläne Thema in allen Ratssitzungen der Celler Kommunen. Denn der Landkreis hat seine Suche nach neuen Flächen beendet. Jetzt liegen die Pläne in den Rathäusern und beim Landkreis Celle aus. Bürger und Gemeinden haben bis zum 14. Juli Zeit, Stellung zu nehmen.

Vermutlich in der zweiten Jahreshälfte wird sich die Kreispolitik mit dem Programm beschäftigen. Frühestens Ende des Jahres wird der Kreistag dann entscheiden, wo Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen werden. Vorranggebiete haben den Vorteil, dass nur innerhalb dieser Flächen Windräder errichtet werden dürfen. Es könnte aber auch anders kommen: Wenn es erhebliche, berechtigte Bedenken gegen die Planung des Landkreises gibt, könnte ein neues Auslegungsverfahren nötig werden. Dann würde wohl noch mal ein dreiviertel Jahr ins Land gehen. „Das ist deutsches Planungsrecht“, seufzt Höhl.

Neue Windräder könnten bei Wolthausen, zwischen Offen und Bergen, bei Nindorf, nördlich von Bonstorf, bei Hornshof, östlich von Höfer und Beedenbostel, zwischen Eicklingen und Langlingen sowie östlich und westlich von Bröckel gebaut werden. Das mit Abstand größte Gebiet aber liegt nördlich von Hohne. Im Schmarloh, bereits heute der größte Windkraft-Standort in der Region Celle, ist nach Darstellung des Kreises mit Abstand am meisten Platz für neue Windräder. Derzeit gibt es knapp 100 Windräder im Kreisgebiet.

Erhard Thölke, ehemaliger Hohner Bürgermeister und „politischer Vater des Windparks Schmarloh“, wie er sagt, trägt die Windkraft-Pläne des Landkreises im Grundsatz mit – auch wenn auf den Hohner und Ahnsbecker Raum erhebliche Belastungen zukommen könnten. Die Pläne kategorisch abzulehnen, sei keine Alternative, sagt er. Thölke will politischen Einfluss auf die Anzahl der Räder nehmen und sich dafür einsetzen, dass die Belastungen innerhalb der Samtgemeinde so verteilt sind, dass sie für alle erträglich sind.

Laut Thölke, der für die SPD im Kreistag sitzt, könnten im Schmarloh theoretisch Dutzende weitere Anlagen gebaut werden. „Wir müssen sehen, dass da keine 60 Anlagen hinkommen“, sagt er. Beispielsweise könnten mit Betreibern Verträge abgeschlossen werden, dass nur eine bestimmte Anzahl gebaut wird. Außerdem fordert er ein Lärmgutachten.