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Celle Stadt Meißendorfer Schülerin für Kunstwerk ausgezeichnet (mit Video)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Meißendorfer Schülerin für Kunstwerk ausgezeichnet (mit Video)
18:40 10.04.2016
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Der Körper des Frosches steht unter Spannung, wie kurz vor dem Sprung. Die grüne Haut mit den schwarzen Flecken glänzt. Man könnte das Tier für lebendig halten, wäre da nicht die kleine goldene Krone auf dem Kopf. Denn der Frosch ist "nur" gezeichnet. Die Meißendorferin Emely Ahlden hat den kleinen Hüpfer zu Papier gebracht, mit Buntstiften. Das künstlerische Talent der 17-Jährigen hat nun über die Grenzen des Landkreises Beachtung gefunden. Beim Landeswettbewerb „Jugend gestaltet“ wurde die Schülerin des Hermann-Billung-Gymnasiums am Samstag mit dem zum ersten Mal verliehenen Schülerpreises des Fachverbandes für Kunstpädagogik ausgezeichnet.

"Ich habe schon immer gerne gezeichnet. Im Laufe der Jahre ist es mehr geworden und ich habe viel geübt", erzählt Ahlden, die eine Vorliebe für naturgetreue Abbildungen hat. In Meißendorf ist das längst bekannt. Die 17-Jährige bekommt einige Aufträge aus dem Dorf, sie zeichnet die Haustiere ihrer Nachbarn.

Auf den Landeswettbewerb war Ahlden durch Plakate aufmerksam geworden. Sie sprach ihre Lehrerin an, die drei Arbeiten ihrer Schülerin auswählte und einsandte – eine gute Idee, wie sich jetzt herausstellte, und ein möglicher Fingerzeig für die Zukunft der 17-Jährigen. "Ich kann mir schon vorstellen, beruflich etwas mit Kunst zu machen. Aber ich weiß noch nicht, in welche Richtung das gehen könnte", sagte Ahlden, vor Eröffnung der Ausstellung durch Kultusministerin Frauke Heiligenstadt.

Etwa 500 Gäste waren dabei ins Kunstmuseum gekommen. Viele Teilnehmer des Wettbewerbs drängten sich in den Hallen am Schlossplatz, begleitet von stolzen Eltern, Geschwistern, Großeltern und auch von ihren Kunstlehrern. 1930 Schüler aus ganz Niedersachsen hatten sich mit ihren Werken bei "Jugend gestaltet" beworben, 243 von ihnen wurden von einer Jury ausgewählt, ihre Bilder, Fotografien, Lichtkunstobjekte, Installationen oder Skulpturen im Kunstmuseum ausstellen zu dürfen. Neben Ahlden schafften dies noch zehn weitere Schüler aus dem Landkreis.

"Die Ausstellung zeigt auf sehr hohem Niveau, wie wichtig die eigene gestalterische Freiheit für Jugendliche ist", meinte Heiligenstadt. Und Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende ermutigte die jungen Künstler, "das auszudrücken, was sie sehen und denken".

Eine Aufforderung, der sich Robert Simon, Leiter des Kunstmuseums nur anschließen konnte. "Wir legen sehr großen Wert auf museumspädagogische Arbeit. Dieser Wettbewerb passt daher sehr gut in unser Konzept", meinte Simon, der das Kunstmuseum bereits zum fünften Mal für die Ausstellung "Jugend gestaltet" zur Verfügung gestellt hat.

Allerdings gab es auch einen Wermutstropfen. Annelore Tonscheidt, Vorsitzende des Vereins "Jugend gestaltet", kündigte an, dass sie und ihre Kollegen aus Altersgründen zum letzten Mal den Wettbewerb veranstaltet hätten. Simon kündigte an, dass bereits an einer Nachfolgelösung gearbeitet werde.