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Celle Stadt Meister der Wortspiele in Celler Congress Union
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Meister der Wortspiele in Celler Congress Union
17:40 03.10.2016
Johann König plauderte in seinem neuen Programm über sein Familienleben mit drei Kindern. Quelle: Michael Schäfer
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Ganz offensichtlich war die dreieinhalb Monate lange Pause zwischen den Tourneen, die König im Kreise seiner Liebsten zu Hause verbracht hatte, inspirierend. Zumindest ging es in weiten Teilen seines Programms um Erlebnisse mit seinen drei Kindern. Und wie sollte die Kunstfigur Johann König, ein Mann zwischen Phlegma und Cholerik, dies anders empfunden haben als äußerst zwiespältig. „Richtig schön war es – wenn man sie von 9 bis 15 Uhr abgeben konnte“, ansonsten gab es Stress mit Pannen im Zoo und dem Ausflug an den Rhein.

Wirklich gekonnt sind die Wortspielereien und kleinen Kompositionen, wenn König mal wieder etwas ganz wörtlich nimmt und daraus Wahrheiten schöpft, wie „Ein Knopffetischist, der ist von Fuß bis Kopf immer spitz auf Knopf“ oder den Malermeister, der die Segel streichen lässt. Amüsant auch die Lesungen aus seinem Tagebuch, mit dem Entsorgen der Kinderpartyreste, dem unbekehrbaren Nichtvegan-Kater „Hekto Pascal“ und dem kläglichen Versuch, das ungeliebte Kunststoffeinhorn der Tochter per Herdplatte loszuwerden.

Nein, das Alter Ego des Comedians ist nicht nett – weder, wenn er, über die Themenschleife „Veganer“, seinen österreichischen Techniker lächerlich macht, auch nicht, wenn er sich über die Unterschiede weiblicher und männlicher Wurfgewohnheiten spricht, und ebenfalls kaum, wenn er sich aus Kinderkassetten wie Bibi Blocksberg und TKKG schlüpfrige Minipassagen herauskopiert.

Auch auf die Zuschauer hat er erkennbar wenig Bock und die spielstrategischen Pausen mit „Wie sieht es bei euch aus – habt ihr noch Fragen …?“ ziehen sich manchmal hin zu tatsächlichen Längen innerhalb des Programms. Dem großen Schlussapplaus zufolge, nahmen es die Zuschauer nicht krumm. Da galt eindeutig: „Ihr müsst ja selber wissen, worüber ihr lacht“.

Von Doris Hennies