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Celle Stadt Mende: Celler ÖPNV nicht ohne Sammeltaxis
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mende: Celler ÖPNV nicht ohne Sammeltaxis
17:58 11.02.2015
Von Michael Ende
Taxis stehen am 25.01.2012 vor einem Hinweisschild für den Flughafen in Schönefeld. Wer mit dem Taxi zum neuen Berliner Flughafen fahren will, wird künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Nach Angaben der Berliner Taxiverbände dürfte eine Fahrt von der Berliner Innenstadt im Schnitt um die 50 Euro kosten. Begründet wird das mit höheren Kosten. Foto: Caroline Seidel dpa/lbn (zu lbn vom 29.01.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Caroline Seidel
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Wenn in der Stadt Celle abends die Busse nicht mehr fahren, dann haben Leute, die dennoch wenigstens einen Rest-ÖPNV nutzen wollen, eine Alternative: Die Anruf-Sammeltaxis sind auch nach 20 Uhr noch unterwegs. Das ist zwar kein Angebot wie in größeren Städten, aber immerhin etwas. Doch nun soll es mit der Sache, mit der man in Celle bisher einigermaßen gut gefahren ist, vorbei sein.

Der Landkreis habe die Gesamtaufgabe ÖPNV übernommen und nicht nur die Ausschreibung der Buslinien, so Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD): "Dazu gehört seit Jahrzehnten auch der Linienersatzverkehr, also das bewährte Anruf-Sammeltaxi-System." Er sei erstaunt, dass diese Verkehre nicht mehr Gegenstand der Beauftragung für den zukünftigen ÖPNV geworden seien: "Das hat man uns lange nicht mitgeteilt. Erst durch ein Schreiben der CeBus haben wir erfahren, dass die Sammeltaxis nicht Gegenstand der Ausschreibung waren. Ich fordere die Fraktionen im Kreistag auf, der Landkreisverwaltung deutlich zu machen, dass im Interesse der gesamten Landkreisbevölkerung ein Verzicht auf den AST-Verkehr nicht möglich ist, und diese Aufgabe auch verantwortlich vom Landkreis zu finanzieren ist."

Nach der Neuvergabe der Linienverkehre im Oktober 2014 durch den Landkreis Celle hatte die CeBus der Stadt Celle am 19. November mitgeteilt, dass sie nicht mehr bereit sei, die AST-Verkehre nach Ablauf der Genehmigung am 31. Mai 2015 zu den bisherigen Bedingungen fortzuführen. Diese Verkehre in den so genannten "Schwachlastzeiten" werden seit fast 30 Jahren durch die CeBus und ihre Vorgänger betrieben und finanziert und sind ein wichtiger Baustein des Gesamt-ÖPNV-Angebots in der Stadt Celle. Der CeBus wurde im Januar mitgeteilt, dass die Stadt Celle von diesem Sachverhalt überrascht worden sei und deshalb dafür auch keine Haushaltsmittel zur Verfügung stünden. "Vor allem aber aus grundsätzlichen Erwägungen heraus kann eine Finanzierungszusage nicht erfolgen", so Mende: "Auf die Bitte, die AST-Verkehre bis zum Ende des Jahres 2015 zu den bisherigen Bedingungen fortzuführen, um bis dahin ausreichend Zeit für eine gemeinsam zu entwickelnde Lösung zu haben, ist die CeBus nicht eingegangen."

In einem Gespräch mit dem Landkreis habe es keine Einigung zur künftigen AST-Finanzierung gegeben, so Mende: "Wir haben dem Landkreis mitgeteilt, dass die AST-Verkehre wesentlicher Bestandteil des beschlossenen Nahverkehrsplanes sind, und der Landkreis als Aufgabenträger auch für die Finanzierung dieser Verkehre zuständig sei." Der Landkreis habe dieser Auffassung widersprochen. Mende bleibt dabei: "Aus städtischer Sicht obliegt dem Landkreis jedoch die Aufgabenträgerschaft für den gesamten ÖPNV, zu dem auch die AST-Verkehre gehören, da es sich eindeutig um ersetzte Linienverkehre handelt."

Nach dem Scheitern der GVH-Einbindung zum April des Jahres sei das Thema AST die nächste ÖPNV-Baustelle im Landkreis Celle, sagt Mende, der die Tragweite des Problems hervorhebt: "Für die im Einzelhandel Beschäftigten bedeutet es, dass nach Geschäftsschluss keine Möglichkeit mehr besteht, mit dem ÖPNV nach Hause zu gelangen. Darunter werden die Menschen und auch die Wirtschaft leiden. Ebenso verhält es sich für all diejenigen, die Freizeit oder Kulturangebote in der Stadt oder auch im Großraum Hannover besuchen und von dort wieder nach Hause gelangen wollen." Dies könne und dürfe kein parteipolitisches Problem sein, so der Oberbürgermeister: "Ich hoffe in dieser Sache auf die Unterstützung aus allen Kreistagsfraktionen.“