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Celle Stadt Mende: Celler Politik soll Resolution gegen Y-Trasse verabschieden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mende: Celler Politik soll Resolution gegen Y-Trasse verabschieden
14:23 16.11.2010
Von Michael Ende
Celle Stadt

SPD- und CDU-Fraktion im Rat der Stadt Lüneburg haben für ihre kommende Ratssitzung eine Resolution gegen den Bau der Y-Trasse auf den Weg gebracht. Darin fordern sie die Landesregierung auf, das Oberzentrum und die Region Lüneburg nicht vom ICE- und IC-Verkehr abzukoppeln. Wörtlich heißt es dort: „Wir erwarten von unseren Bundestags- und Landtagsabgeordneten, dass sie sich nachhaltig für diese Forderung einsetzen.“ Mende wolle sich dieser Resolution anschließen und  hab Celles Landrat Klaus Wiswe (CDU) am Montag vorgeschlagen, einen „breit angelegten gemeinsamen Vorstoß in Kreistag und Rat“ zu unternehmen, heißt es aus dem Rathaus

„Die Ausgangslage ist fast identisch“, sagt Mende, „auch für das Oberzentrum Lüneburg ist in der Landesraumordnung eine überregionale Verkehrsstruktur mit ICE und IC-Halten und  Hochgeschwindigkeitsverbindungen vorgesehen. Mit der Y-Trasse rückt das in weite Ferne. Wie bei uns fürchtet man dort Lärmbelastung durch zunehmenden Güterverkehr und sieht sich von den schnellen Städteverbindungen abgeschnitten.“ Er gehe davon aus, so Mende, dass man auch in der Region Celle einen Partei „übergreifenden Konsens“ in dieser Frage herstellen könne.

Ob Wiswe sich der Resolution anschließen wolle? Das werde er jetzt noch nicht sagen meint der Landrat: „Ich möchte nicht, dass Herr Mende meine Antwort aus der Zeitung erfährt. Das werde ich ihm persönlich sagen.“

Celles CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinrich Langspecht und Thomas Adasch, sehen in doppelter Hinsicht keinen Sinn in einer Resolution. Zum einen bringe die neue Trasse Verbesserungen auch für Celle und zum anderen sei der „Zug längst abgefahren“, so Adasch: „Wir werden uns schon aus rein sachlichen Gründen nicht der Lüneburger Resolution anschließen. Überdies sind die Entscheidungen in Hannover längst gefallen.“

Adasch verweist auf ein aktuelles Papier aus dem Niedersächsischen Verkehrsministerium, in dem es heißt es sei „schade“, dass Mende die Vorteile der Y-Strecke für Celle nicht erkenne: „geringerer Güterverkehr, mehr Kapazitäten für den Regionalverkehr und eine deutlich höheren Pünktlichkeit der Züge wegen der besseren Betriebsqualität bei gleichzeitig gleichbleibender Fernverkehrsbedienung.“ Weite heißt es: „Der Vorwurf von OB Mende, durch die Y-Strecke sind mehr Güterzüge auf der Altstrecke zu erwarten, ist nicht berechtigt. Die aktuellen Planungen der DB gehen von einer Anzahl von 60 Güterzügen pro Tag aus, die ohne Y-Strecke mehr auf der Altstrecke verkehren würden. Ohne Y-Strecke werden die Belastungen durch den Güterverkehr in Celle also ohne Zweifel anwachsen. Insofern müsste sich Celle eigentlich für eine schnelle Realisierung der Y-Strecke stark machen.“