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Celle Stadt Mende: Hambühren verpasst Chance
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mende: Hambühren verpasst Chance
19:33 31.01.2014
Von Gunther Meinrenken
Wirkte zu erdrückend auf die Politik in Hambühren: Das Neue Rathaus in Celle. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Celle und Hambühren werden weiterhin getrennte Wege gehen. Mit großer Mehrheit hatte am Donnerstagabend der Gemeinderat der Westkreisgemeinde weiteren Gesprächen über einen Zusammenschluss mit der Residenzstadt eine Absage erteilt. Im Neuen Rathaus hält man diesen Beschluss für voreilig.

"Hier geht eine Chance auch für Hambühren verloren, es hätte einen Entwicklungsschub geben können", meinte Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Er hatte eine Fusion beider Kommunen vor einigen Wochen ins Spiel gebracht. Kurz darauf geriet das Vorhaben in die Öffentlichkeit – lanciert von Gegnern eines Zusammenschlusses aus Hambühren.

Die folgende Diskussion habe vor allem die emotionale Ebene bedient. "Das Buch wird zugeklappt, ohne das Vorwort gelesen zu haben. Vielleicht war der Klappentext schon zu abschreckend, wenn man das Bauchgefühl betrachtet", sagte Mende gestern. Dafür habe er in gewisser Weise Verständnis. Die Debatte sei stark auf den Verlust der Eigenständigkeit Hambührens konzentriert gewesen. "Beispiele aus Celle zeigen aber, dass heutige Ortsteile wie Garßen oder Westercelle einen hohen Grad an Eigenständigkeit und vor allem Identität behalten haben", so Mende.

Er hält es nach wie vor für einen Fehler, dass die Politik in Hambühren die Diskussion über eine mögliche Fusion im Keim erstickt habe, ohne alle Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen zu haben. "Im ganzen Land wird über Zusammenschlüsse von Gemeinden gesprochen und auch praktiziert. Ja sogar im Landkreis gibt es dafür mit Hermannsburg und Unterlüß ein positives Beispiel", stellte Celles Oberbürgermeister fest.

Die Bündelung von Ressourcen durch Zusammenlegung der Verwaltungen sei ein Weg, um effizienter und kostengünstiger arbeiten zu können. "Dabei wäre doch klar gewesen, dass in Hambühren ein Bürgerbüro erhalten geblieben wäre für kurze Wege zur Verwaltung", so Mende. Außerdem hätte es höhere Schlüsselzuweisungen gegeben.

Celles Oberbürgermeister hält die Zukunft der Westkreisgemeinde nicht für so "rosig", wie es die Gegner der Fusion in der Debatte am Donnerstag geschildert hätten. "Hambühren hätte jetzt aus einer Position der Stärke heraus verhandeln können, das wird in ein paar Jahren möglicherweise nicht mehr der Fall sein."

Mende bedauerte es in diesem Zusammenhang, dass man in Hambühren nicht den Mut aufgebracht habe, die Bevölkerung zu einer möglichen Fusion zu befragen. "Das wäre ein kluges Vorgehen gewesen", sagte Celles Oberbürgermeister. So wisse niemand genau, wie die Hambührener zu einem Zusammenschluss gestanden hätten.