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Celle Stadt Mende übergibt "Schwarze Null"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mende übergibt "Schwarze Null"
17:14 06.12.2016
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Gestern Vormittag hatte Mende den Fraktionsvorsitzenden zusammen mit Kämmerer Thomas Bertram das Zahlenwerk für das kommende Jahr präsentiert. Statt eines prognostizierten Defizits von etwa 8 Millionen Euro soll im kommenden Jahr sogar ein Mini-Plus von 31.000 Euro zu Buche stehen. „Ich freue mich für die Stadt. Ich freue mich für Herrn Bertram. Und ich freue mich für Herrn Nigge. Er braucht keine fünf Jahre auf die schwarze Null zu warten“, sagte Mende.

Mit entscheidend für die positiven Veränderungen sei die Umstellung auf einen Vorgabenhaushalt. Ein Prozess, der vom Ersten Stadtrat Bertram im vergangenen Jahr eingeleitet worden sei. Statt wie bisher den Etat aus den Mittelanmeldungen der einzelnen Dezernate zusammenzustellen, habe sich die Kämmerei bei den Haushaltsansätzen an den Ausgaben der Vorjahre orientiert. Zusammen mit „gewaltigen Anstrengungen aller Mitarbeiter“ sei es gelungen, den ursprünglichen Ansatz von Minus 8 Millionen Euro auf etwa 5 Millionen Euro zu reduzieren. „Auf diesem Weg wollen wir weitergehen und einen budgetierten Haushalt entwickeln. Der lässt den Dezernaten mehr Freiräume, aber mit dem Geld muss man dann auch auskommen“, so Mende.

Zusätzliche Dividenden von Avacon in Höhe von 2,2 Millionen Euro und eine höher als erwartet ausgefallene Gewinnabführung der Stadtwerke in Höhe von 3,3 Millionen Euro hätten weiter zu einer Ergebnisverbesserung beigetragen. Außerdem erwartet die Stadt positive Effekte durch die Umwandlung des Bereiches Abwasser in einen Eigenbetrieb.

Damit ist es der Stadt gelungen, den „dramatischen Einbruch bei der Gewerbesteuer durch eine Vielzahl von Sparmaßnahmen“ zu kompensieren. Zur Erinnerung: 2008 hatte die Gewerbesteuer noch 59 Millionen Euro in den städtischen Haushalt gespült, dieses Jahr waren es nur 33 Millionen Euro. Der Grund: Die Krise der lokalen Erdölfirmen. Der Trost: Wegen der Ausfälle bei der Gewerbesteuer gibt es höhere Zuweisungen des Landes in Höhe von 10 Millionen Euro. Am Ende steht nach Verrechnung aller Posten – darunter auch weiterer Einnahmeausfälle und höherer Ausgaben in anderen Bereichen – ein Plus von 31.000 Euro.

Mende geht davon aus, dass die Talsohle durchschritten ist. Zwar müssten nach bisherigen Berechnungen bis 2020 weitere Fehlbeträge von insgesamt 13,5 Millionen Euro ausgeglichen werden. „Aber dem stehen Einsparpotenziale von weiteren 70 Millionen Euro gegenüber, auch wenn die sicherlich nicht alle ausgeschöpft werden können“, so Mende, der hofft, dass es durch die aktuelle Einigung der OPEC auch mit der Celler Erdölindustrie wieder aufwärts gehen wird.