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Celle Stadt Mende und Nigge wollen unentschlossene Celler überzeugen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mende und Nigge wollen unentschlossene Celler überzeugen
17:10 12.09.2016
Von Michael Ende
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Er sei vom Wahlergebnis "nicht überrascht", so Mende: "Angesichts der Kandidatur von Frau Martin musste man von einer Stichwahl ausgehen. Angesichts des Werbe- und Materialaufwandes des verbliebenen Mitbewerbers freue ich mich sehr darüber, dass ich – wenn auch nur knapp – vorne liege. Plakate, Freibier und Bratwurst ersetzen keine Argumente. Mit denen habe ich jetzt schon gegenüber meiner Wahl vor gut sieben Jahren 2256 Menschen mehr überzeugen können." Von daher falle Mendes Zwischenfazit auch sehr gut aus: "Der Durchmarsch des Mitbewerbers ist nicht gelungen. In der CDU-Hochburg ist das für einen Sozialdemokraten ein beachtlicher Erfolg." Jetzt wollten Mende und seine Unterstützer unentschlossene Wähler auf ihre Seite ziehen.

Auch Nigge zeigt sich zufrieden: "Es ist uns dank eines engagierten, an Sachthemen orientierten Wahlkampfes aus dem Stand gelungen, gemeinsam mit Frau Martin die absolute Mehrheit des Amtsinhabers zu brechen. Die Menschen in Celle wollen den Wechsel, das ist das unmissverständliche Signal.“ Er wolle sich auch in den kommenden zwei Wochen auf Sachthemen fokussieren, so Nigge: „Unsere Heimatstadt wurde in den vergangenen Jahren unter Wert regiert. Beim Ehrenamt wurde drastisch eingespart, Schultoiletten nicht saniert, Sportanlagen und das Grün in der Innenstadt in Teilen dem Verfall preisgegeben. Der Leerstand ist kaum zu übersehen, selbst 1A-Lagen veröden, die Wirtschaft wendet sich zunehmend von Celle ab." Jetzt gehe es darum, noch einmal möglichst viele Bürger zu erreichen und zu überzeugen, so Nigge. „Wir brauchen einen Masterplan."

"Der erste Wahlgang der OB-Wahl ist denkbar knapp ausgegangen, und die Stichwahl wird sicher sehr spannend", sagt AfD-Sprecher Jens-Christoph Brockmann: "Wir hoffen auf eine hohe Wahlbeteiligung, damit der gewählte Kandidat mit einem guten Rückhalt in seine außergewöhnlich lange Amtszeit startet." Man freue sich auf eine "konstruktive Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien im neuen Stadtrat."

Ob man sich speziell auf die Zusammenarbeit mit der AfD freuen sollte, zweifelt Oliver Müller (BSG) stark an: "Dass die AfD jetzt drittstärkste Kraft geworden ist, ist sehr bitter. Ansonsten hat sich ja nicht viel verändert. Weder CDU und SPD können gegen die andere Fraktion ein Mehrheitsbündnis zusammenbekommen. Mende oder Nigge müssen also mit einer großen Koalition agieren. Viel Spaß, kann ich da nur sagen."

Die WG spreche für die Stichwahl keine Empfehlung aus, betont Torsten Schoeps: "Die WG-OB-Kandidatin-Martin-Wähler mögen bitte nach sachlichen Kriterien entscheiden und unbedingt zur Nachwahl gehen."

Celles SPD-Vorsitzender Christoph Engelen fordert die CDU "dringend dazu auf", noch vor der Stichwahl Stellung zu ihrem Verhältnis zur AfD zu beziehen und sich klar zu positionieren. Die SPD schließe eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. Engelen: "Die Bürger haben ein Recht zu wissen, wie die CDU in Celle zur AfD steht."