Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Merkel: „Celle soll besser regiert werden“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Merkel: „Celle soll besser regiert werden“
21:58 07.09.2016
Von Oliver Gatz
Sucht den Kontakt mit den Menschen: CDU-Chefin Angela Merkel auf dem Großen Plan mit Jörg Nigge (links) und Henning Otte (Zweiter von links). Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

„Celle ist eine wunderschöne Stadt mit Fachwerk, die Zukunft braucht, die einen starken CDU-Bürgermeister und eine starke CDU-Kommunalvertretung braucht“, warb die CDU-Chefin für ihre hiesigen Parteifreunde. Insbesondere für Oberbürgermeisterkandidat Jörg Nigge legte sich Merkel mächtig ins Zeug – wohlwissend, dass das Stadtoberhaupt für zehn Jahre gewählt wird und die CDU den Chefsessel im Neuen Rathaus zurückerobern will. „Celle soll besser regiert werden – mit Jörg Nigge und den Abgeordneten der Christlich Demokratischen Union“, rief Merkel ihren Anhängern zu.

„Wir müssen in die Zukunft investieren. Die Infrastruktur muss besser werden“, betonte Merkel. Das betreffe Straßen, den Schienenverkehr, aber auch den Breitbandausbau für schnelles Internet. Dabei müssten die ländlichen Regionen gestärkt werden.

Die CDU-Chefin wies darauf hin, dass der Bund seinen Anteil zur Realisierung der für Celle so wichtigen Ortsumgehung geleistet habe. „Das ist ein wichtiges Anliegen. Die Finanzen stehen, es kann gebaut werden“, sagte Merkel. Dafür brauche man aber einen Oberbürgermeister, der das Projekt auch vorantreibe.

Mit Blick auf den schwelenden Koalitionsstreit in Berlin um die Reform der Erbschaftsteuer sprach sich Merkel dafür aus, Familienunternehmen und Handwerksfirmen zu stärken. „Denn die schaffen Arbeitsplätze und nicht wir in der Politik.“

Die Kanzlerin unterstrich die Bedeutung der Kommunalpolitik für die Menschen. Ob Einkaufsmöglichkeiten, Wohnungssituation oder Schulen: „All das entscheidet sich vor Ort.“ Deshalb sei es wichtig, dass die Politiker im Bund mit den Politikern vor Ort im Gespräch blieben.

„Der Bund unterstützt die Kommunen“, sagte Merkel. Als Beispiele nannte sie die Übernahme der Grundsicherung und Mittel zur Eingliederung von Behinderten. „Die kommunale Selbstverwaltung stärken: Dafür steht die CDU.“

Merkel skizzierte in ihrer Rede, was aus ihrer Sicht für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtig ist. So machte sie sich für familienfreundliche Strukturen ebenso stark wie für eine angemessene Absicherung der älteren Generation, die dieses Land aufgebaut habe. Mit Blick auf von der Bundesregierung geplanten Verbesserungen bei der Pflege sagte sie: „Ich finde, dass Menschen, die andere Menschen pflegen, die Helden unserer Gesellschaft sind.“

Immer wieder wurde die Rede der Kanzlerin von Pfiffen und Buhrufen gestört. Doch Polit-Profi Merkel ließ sich dadurch nicht aus der Fassung bringen. Nur kurz bemerkte sie an die Adresse der Störer: „Die allermeisten Menschen hier wollen ja zuhören und nicht nur schreien.“ Dafür erntete sie tosenden Beifall – was nicht verwundert. Im Sicherheitsbereich der Veranstaltung tummelten sich viele CDU-Mitglieder, die die Kanzlerin und Nigge feierten.