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Celle Stadt Michael Hirte in Celle: "Mit der Mundi kann ich alle Sprachen"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Michael Hirte in Celle: "Mit der Mundi kann ich alle Sprachen"
18:55 27.10.2017
Von Dagny Siebke
Ein Mann zum Anfassen: Bei seinem Mini-Konzert im Real-Markt sorgt Michael Hirte für Gänsehautstimmung. Vor und nach dem Auftritt macht er Selfies mit seinen Fans. Quelle: Michael Schäfer
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Direkt nach Schulschluss sind Leonie (16) und Jessica (15) zum Realmarkt an der Hasenbahn gegangen. Sie warten auf "Den Mann mit der Mundharmonika" Michael Hirte. "Bisher kenne ich ihn nur aus dem Fernsehen. Ich finde ihn als Person toll", erzählt Jessica. Denn die Geschichte des früheren Straßenmusikers berührte ganz Deutschland. Ein Autounfall kostete den früheren Kraftfahrer 1991 fast das Leben. Als er nach zwei Monaten aus dem Koma erwachte, ist er arbeitsunfähig, auf einem Auge blind, sein rechtes Bein ist in der Bewegung stark eingeschränkt. Doch der Glauben und die Musik geben ihm Halt. Beim Supertalent 2208 stimmten 70 Prozent aller Anrufer für Michael Hirte. Mittlerweile kommt er auf elf Studioalben, ab November ist er wieder auf Deutschlandtour. In Celle musizierte er schon zusammen mit dem Bundespolizei-Orchester Hannover in der Stadtkirche. Gestern gab er vor den Real-Markt-Kassen eine Autogrammstunde.

"Hoffentlich spielt er auch ein Lied", sagen Jessica und Leonie. Und nach einer halben Stunde Wartezeit werden sie für ihre Geduld belohnt. Michael Hirte verzichtet auf seinen großen Auftritt und mischt sich direkt unters Volk. Nach der ersten Selfie-Session holt seine Mundharmonika aus der Hosentasche und spielt Peter Maffays Hit "So bist du". Die Menschentraube um ihn herum wird immer größer. Rund 200 Celler unterbrechen ihre Einkaufstour.

Auf der Bühne scherzt der Musiker: "Englisch verstehe ich nicht besonders gut. Doch mit der Mundi kann ich alle Sprachen spielen. Jetzt kommt 'Sound of Silence', was auch immer das heißt." Dann legt er los und verbreitet noch mehr Gänsehautstimmung. Die Smartphones glühen heiß. Nur seine bekannteste Version von "Ave Maria" kann das noch toppen.

Am Ende des Mini-Konzerts bedankt sich Michael Hirte ausgiebig bei seinem Publikum: "Ohne euch würde ich gar nicht hier stehen." Dass er nicht zu den abgebrühten Superstars gehört, merkt man, als er die ersten Autogramme gibt. Beim Unterschreiben zittern seine Hände leicht vor Aufregung.