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Celle Stadt Mieter am Reiherberg in Scheuen: "Wir bleiben so lange es geht"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mieter am Reiherberg in Scheuen: "Wir bleiben so lange es geht"
18:01 29.03.2018
Von Dagny Siebke
Die Hausgemeinschaft hält fest zusammen: "Bei uns verstehen sich Jung und Alt", betonen Andreas Giering (links) sowie Klaus und Heike Becker. Quelle: Dagny Siebke
Celle Stadt

Der Streit um drei Wohnhäuser am äußersten Rand der Stadt Celle hat das Bundesverwaltungsgericht erreicht. Die Richter haben Ende Februar die Beschwerde von Vermieter Jens Ückert zurückgewiesen. Er hatte gegen den Bebauungsplan der Stadtverwaltung geklagt, dem zufolge seine zehn Mietparteien am Reiherberg „im Außenbereich“ wohnen. Damit ist das Urteil des Oberverwaltungsgerichts jetzt rechtskräftig. Mit dieser juristischen Rückenstärkung will die Stadtverwaltung nun die Mieter zum Auszug bewegen – so wie die Mitarbeiter es schon vor fast zwei Jahren versucht haben. Doch die fest verwachsene Hausgemeinschaft ist überrascht über die neuesten Entwicklungen.

„Die Stadt Celle begrüßt, dass abschließend Rechtssicherheit geschaffen wurde. Endlich ist die Ungewissheit auch für die Betroffenen vom Tisch“, sagt Stadtsprecherin Myriam Meißner. Nun müsse die Verwaltung die angekündigte Aufforderung zum Nutzungsverbot vollziehen. „Dabei werden selbstverständlich die sozialen Aspekte berücksichtigt“, betont sie. „Auch wenn hier der Vermieter in der Pflicht wäre, werden wir für die Bewohner Sorge tragen.“ Dazu gehöre auch die Unterstützung bei der Wohnungssuche für Hilfebedürftige wie etwa ältere Menschen. Schließlich leben am Reiherberg mehrere Familien von Militär-Angehörigen schon seit vielen Jahrzehnten.

Auch gegen Eigentümer Ückert will die Stadt aktiv werden, so Meißner. Ihn erwartet ein Ordnungswidrigkeitenverfahren nach der Niedersächsischen Bauordnung. „Seitens der Stadt wird sehr zügig der Kontakt zu den Mietern aufgenommen“, ergänzt die Stadtsprecherin. Details sollen „mit Rücksicht auf das sehr sensible Verfahren“ nicht in der Zeitung stehen.

Die Mieter haben noch nichts von der kürzlichen Gerichtsentscheidung erfahren: Weder vom Vermieter noch von der Stadtverwaltung. Klaus und Heike Becker reagieren überrascht, als sie hören, wie die Stadt nun vorgehen möchte. Denn vor einem Jahr erhielten alle Mieter ein Schreiben vom „Fachdienst Bauen und Denkmalpflege“. Darin hieß es, dass Eigentümer Ückert untersagt wurde, ab sofort zukünftig frei werdende Wohnungen zu vermieten. Somit fühlten sich die langjährigen Mieter nicht angesprochen und dachten, dass sie nun in Frieden gelassen würden. Einige Mieter hatten damals sogar schon neue Wohnungen in Aussicht.

Andreas Giering steckt gerade mitten in Renovierungsarbeiten. Er wohnt seit fünf Jahren am Reiherberg und sagt: „Wir bleiben hier so lange es geht.“

Zwei weitere Briefe stärkten das gute Gefühl der Nachbarn. So habe die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) von gegenüber die Anwohner mit „herzlich Willkommen in der Nachbarschaft“ begrüßt und Abrissarbeiten angekündigt. „Doch davon bekommen wir gar nichts mit“, betont Familie Becker. Erst vor wenigen Tagen habe der Oberbürgermeister den Mietern geschrieben und ihnen schnelleres Internet in Aussicht gestellt.

Vermieter Ückert kann nichts dazu sagen. Er ist gerade nicht erreichbar, weil er noch nicht von seinem dreimonatigen Thailandurlaub zurück ist. Er kaufte die drei Wohngebäude 2008, kurz bevor die gegenüberliegende „Freiherr-von-Fritsch-Kaserne“ schloss. „Obwohl die Wohnnutzung dort nicht mehr möglich ist“, betont die Verwaltung. Auch die Rats-politik trug die eingeschlagene Linie der Stadt Celle mit.

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