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Celle Stadt Millionenauftrag für Itag
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Millionenauftrag für Itag
18:13 11.06.2012
Von Oliver Gatz
Joachim B¸chner freut sich ¸ber den Millionen-Auftrag in der Schweiz. F¸r ein Geothermie-Projekt stellt das Celler Unternehmen Itag einen Bohrturm zur Verf¸gung. Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

„Die ganze Schweiz schaut auf dieses Projekt", ist Joachim Büchner begeistert. „Es ist erstaunlich, wie euphorisch die Bevölkerung ist." Der Geschäftsführer der Itag Tiefbohr GmbH freut sich, dass das Celler Traditionsunternehmen an einem bedeutenden Vorhaben in St. Gallen beteiligt ist. Dort soll für rund 120 Millionen Euro ein Geothermie-Heizwerk entstehen, das die Hälfte der Stadt mit Wärme versorgen wird. Lange Zeit war nicht klar, wer den Bohrturm für das Riesen-Projekt liefert. Nun hat die Celler Itag den Zuschlag erhalten. Und davon werden auch zahlreiche Unternehmen aus dem GeoEnergy-Verbund profitieren.

„Es ist Neuland für uns. In der Schweiz haben wir noch nie gebohrt", erläutert Büchner. Nun geht es voraussichtlich ab November in eine Tiefe von 4500 bis 5000 Meter. Itag stellt den Bohrturm samt Personal zur Verfügung. Er ist etwa 70 Meter hoch und hat einen Wert von rund 25 Millionen Euro. Einschließlich der Vorarbeiten wird das Celler Unternehmen etwa ein Jahr damit beschäftigt sein, den Auftrag der Stadtwerke St. Gallen abzuarbeiten. „Für uns bedeutet das einen Umsatz in einer Größenordnung von 7,5 Millionen Euro", erläutert Büchner.

Bei dem Geothermie-Projekt handelt sich quasi um ein unterirdisches U-Rohr. Geplant sind zwei Bohrungen. Vereinfacht ausgedrückt, wird in der ersten kaltes Wasser in die tiefen Erdschichten gepumpt. Dort erhitzt es sich und steigt in der zweiten Bohrung auf. Büchners Angaben zufolge sind bereits umfassende seismologische Untersuchungen vorgenommen worden. „Wir erwarten eigentlich keine Komplikationen", sagt er. Und sollte es doch dazu kommen, ist Itag gerüstet. Das Unternehmen bewegt sich bereits seit Anfang der 90er Jahre auf dem Geothermie-Terrain und hat schon an zahlreichen Projekten mitgewirkt.

„Ich glaube sehr an die Zukunft dieser Energiequelle", betont Büchner. Er geht allerdings davon aus, dass der Energiebedarf in Deutschland jetzt und in absehbarer Zukunft noch hauptsächlich durch Erdgas gedeckt wird. Büchner: „Das ist Deutschlands wichtigste Energiequelle."

Die Itag Tiefbohr GmbH hat rund 320 Beschäftigte. Rund 35 davon werden sich dem Schweizer Erdwärme-Projekt widmen. Dass der Deal gelang, lag auch an erfolgreichen Verhandlungen mit einem norddeutschen Energiekonzern. Dieser hatte sich bereit erklärt, seinen bereits gebuchten Bohrturm zwischenzeitlich für das Projekt in St. Gallen freizugeben. Insgesamt hat die Itag acht Bohrtürme. Vier davon sind in Deutschland im Einsatz, drei in Österreich und einer in Frankreich.