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Celle Stadt Mindestens 28 Celler Erzieherinnen treten in Streik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mindestens 28 Celler Erzieherinnen treten in Streik
17:51 08.05.2015
Quelle: cz
Celle Stadt

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Stadtverwaltung, wird ab Montag in acht der elf städtischen Kindertagesstätten gestreikt. Fünf der Einrichtungen treten bis Pfingsten in den Ausstand – zumindest teilweise. „28 Erzieherinnen werden an unterschiedlichen Tagen die Arbeit niederlegen“, sagt Stadtpressesprecherin Myriam Meißner. „Wir gehen aber davon aus, dass es noch mehr werden.“ Denn es ist für die Beschäftigten auch am Montag noch möglich, sich zum Streik zu melden. Das kann sich dann auch auf die Einrichtungen und deren Notgruppen auswirken. In bisherigen Streiks haben sich die Beschäftigten der Kitas „verantwortungsbewusst gezeigt und die Eltern persönlich oder durch Aushänge informiert.“

Reicht die Zahl der Plätze in den Kitas aus?

Es ist nicht davon auszugehen, so heißt es aus dem Celler Rathaus, dass die Plätze in den bestreikten Kindertagesstätten ausreichen werden.

Wer bekommt einen Platz in einer Notgruppe?

Grundsätzlich haben die Eltern Verständnis für den Streik aufgebracht und versuchen, eine andere Lösung zu finden, so Meißner. Für Fälle, in denen es gar nicht geht, werden die Notgruppen angeboten. Die dortigen Plätze sind grundsätzlich den Berufstätigen vorbehalten.

Wann bekommen die Eltern Bescheid, ob sie einen Platz bekommen?

In der Regel haben Eltern, die sich an die Leitungen der jeweiligen Kita gewandt haben, unverzüglich eine Antwort bekommen.

Um wie viele Kinder kümmern sich die Erzieher in der Notfallgruppe? Weicht das von der üblichen Zahl ab?

Der Betreuungsschlüssel von maximal 25 Kindern im Elementarbereich und 15 Kindern in der Krippe ist einzuhalten.

Können Eltern ihre Kinder notfalls bei einer Tagesmutter der Stadt unterbringen?

Eher nicht, da die Tagespflegepersonen „ihre“ Kinder haben und auch hier die Höchstgrenze von maximal fünf Kindern einzuhalten ist, erklärt die Stadtsprecherin.

Haben die Eltern die Chance, später die Kita-Gebühren für den Streik zurückzufordern?

Nach den „Allgemeinen Vertragsbedingungen“ (AVB) ist die Stadt dazu verpflichtet, 46 Wochen Betreuung anzubieten. Solange dieses nicht unterschritten wird, kommt es nach Ansicht der Verwaltung nicht in Betracht. Außerdem regeln die AVB folgendes: Werden die Kitas „aus sonstigen zwingenden Gründen geschlossen, haben die Erziehungsberechtigten keinen Anspruch auf Aufnahme des Kindes in eine andere Einrichtung, auf Schadensersatz oder auf Rückerstattung der Entgelte.“

Dürfen Eltern wegen des Streiks der Arbeit fernbleiben, um ihr Kind daheim zu betreuen?

Henning Tech von Verdi sagt, dass man hier vorsichtig sein solle. Denn die Eltern müssten nachweisen, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht anders nachkommen können. Sonst drohe eine Abmahnung oder Schlimmeres. Besser sei es, den Streik beim Arbeitgeber anzusprechen und einvernehmliche Lösungen zu finden.

Von Dagny Rößler