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Celle Stadt Mini-Kraftwerk für Magnusgraben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mini-Kraftwerk für Magnusgraben
14:13 11.04.2013
Von Michael Ende
Celle Stadt

Machbar wäre sie, aber rechnen würde sie sich normalerweise nicht. Subventionen machen sie nun - vielleicht - möglich: Die Rede ist von einer „kleinen Wasserkraft" am Magnusgraben. Der städtische Umweltausschuss hat jetzt einstimmig empfohlen, 10.000 Euro aus dem Klimaschutzfonds der Stadt Celle für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie auszugeben.

Dabei ist das bereits geprüft worden. Ein Gutachten aus dem Jahr 2001 habe die wasserwirtschaftlichen Möglichkeiten am Magnusgraben, der hinter dem Katasteramt eine 1,50 Meter tiefe Staustuffe hinab falle, positiv dargestellt, eine Wirtschaftlichkeit allerdings verneint, so Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD): "An den wasserbautechnischen Parametern hat sich nichts geändert. Allerdings haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insbesondere über das Erneuerbare Energien Gesetz seitdem zu Gunsten einer Wasserkraftnutzung erheblich geändert, so dass eine wirtschaftlich tragfähige kleine Wasserkraft am Magnusgraben realisierbar erscheint."

Zudem seien zwischenzeitlich neue kostensenkende Technologien zur „kleinen Wasserkraft“ entwickelt worden, sagt Stadtbaurat Matthias Hardinghaus: "Mit dem Betrieb einer möglichen Wasserkraftanlage dürfen für die Stadt Celle keine zusätzlichen, ungedeckten Sach- und Personalkosten verbunden sein. Idealerweise sollte eine gemeinsame Betriebsführung mit der Wasserkraftanlage am Aller-Mühlenwehr angestrebt werden." Das sei auch einer der Gründe, warum eine erneute Untersuchung Sinn mache. Es gelte im Vorfeld einer Magnusgraben-"Mühle" auszuschließen, dass sich konkurrierende Projekte innerhalb des komplizierten innerstädtischen Wasserlauf-Netzes das Wasser abgraben: "Nicht dass am Ende zwei Kraftwerke unterm Strich weniger Energie erzeugen als eines."

"Klimaschutz ist eines der ganz großen Themen", bekräftigt Mende. Deshalb wolle die Stadt auch aus dem Spezial-Fonds 20.000 Euro bereitstellen, mit denen sich die Celle Tourismus und Marketing GmbH (CTM) acht Elektro-Fahrräder anschaffen solle: "Damit wollen wir einen wichtigen Impuls für die Elektromobilität im Stadtverkehr geben." Gedacht seien die E-Bikes in erster Linie für die Nutzung durch Touristen. Celler, die sich selbst ein Elektro-Rad anschaffen wollten, dürften sich aber keine falschen Hoffnung auf eine Förderung aus dem Klimaschutzfonds machen, so Mende.

Aus dem Fonds gefördert würden neben städtischen Projekten wie etwa dem Bau eines Blockheizkraftwerks im Klärwerk in erster Linie private Vorhaben zur energetischen Gebäudesanierung sowie Solar- und Geothermieanlagen, so Hardinghaus: "Rund 80 Förderanträge wurden bis jetzt gestellt. Das bisherige Fördervolumen beträgt 713.000 Euro, wovon allerdings allein auf das Großprojekt Klärwerk 420.000 Euro entfallen." Dabei funktioniere die erwünschte "Hebelwirkung": "Das Fördervolumen von 713.000 Euro erzeugte Gesamtinvestitionen von insgesamt 2,8 Millionen Euro ." Mende: "Das zeigt, dass wir mit wenig Geld viel Geld bewegen können." Michael Ende