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Celle Stadt Minister Meyer: Celler Landgestüt erhalten und stärken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Minister Meyer: Celler Landgestüt erhalten und stärken
17:25 06.05.2014
Von Oliver Gatz
Minister Christian Meyer (rechts) mit Gestütsleiter Axel Brockmann. In der Mitte Wolfhard Witte auf Hengst Londontime. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Seit der Wirtschaftskrise 2008 sind die goldenen Zeiten für die Pferdezüchter vorbei. Nach Jahren des Wachstums kämpfen einige Betriebe mittlerweile um ihre Existenz. Hinzu kommen neue Vorgaben und Regulierungen, die den Züchtern das Leben schwer machen. Sie fordern Unterstützung von den Politikern auf Bundes- und Landesebene. Das wurde bei der Jahrestagung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, die erstmals im Celler Landgestüt stattfand, deutlich. Die Vereinigung ist der Dachverband aller Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer. Mit 7707 Vereinen und mehr als 727.980 Mitgliedern ist sie der achtgrößte deutsche Sportverband.Vor rund 210 Gästen im rustikalen Ambiente des Spörckenstalls machte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) deutlich, dass Niedersachsen Pferdeland Nummer eins sei und auch bleiben solle. „Niedersachsen exportiert nicht nur Autos, sondern ist auch Exportland für Pferde“, sagte er. Um die Betriebe in den derzeit schwierigen Zeiten zu unterstützen, verzichte das Land auf eine Pferdesteuer, habe Grünlandprämien eingeführt und die Fördermittel für ökologisches Pferdeland verdoppelt.Mit den Verbänden wolle er im Dialog bleiben, sagte Meyer. „Wir wollen den Pferdesport und das Landgestüt behalten“, betonte er mit Blick auf den historischen Tagungsort, den er als „Keimzelle der niedersächsischen Pferdezucht“ bezeichnete.„Jedes Mal, wenn ich hier zu Gast sein darf, bin ich aufs Neue begeistert von der Stadt, dem Landgestüt und seinen prachtvollen Hengsten“, sagte Meyer. In Celle arbeite man daran, den hiesigen Pferdezüchtern hochwertige Hengste zu angemessenen Deckgeldern zur Verfügung zu stellen.Das Pferd sei für Niedersachsen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, so Meyer. „Fast 45.000 Arbeitsplätze können allein in Niedersachsen dem Pferd mehr oder weniger direkt zugeordnet werden.“ Nach Angaben des Ministers zählt das Land rund 130.000 organisierte Reiter in mehr als 1000 Vereinen. „Vor dem Hintergrund, dass schätzungsweise rund 190.000 Pferde in niedersächsischen Ställen stehen, dürfte die Zahl der heimischen Pferdehalter sogar noch wesentlich größer sein“, erläuterte Meyer. Zudem verfügten die etwa 13.000 Züchter mit ihren rund 23.000 eingetragenen Zuchtpferden über ein enormes Potenzial.Zuvor hatte sich der Minister die Hengstprüfanstalt in Adelheidsdorf angesehen und erstmalig dem Bieneninstitut einen Besuch abgestattet. „Die Biene ist das wichtigste Nutztier in Niedersachsen und von hoher Bedeutung für den Ertrag und die Vielfalt an gesunden Lebensmitteln“, sagte Meyer. 80 Prozent der Kulturpflanzen seien auf die Bestäubungsleistung der Bienen angewiesen. Der volkswirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung werde allein in Deutschland auf etwa zwei Milliarden Euro jährlich geschätzt, so der Minister.Meyer machte auf das Blühstreifenprogramm des Landes aufmerksam. Die Förderung sei von 540 Euro pro Hektar auf bis 975 Euro deutlich angehoben worden. „Bienen und Blühstreifen sind uns viel Wert“, betonte Meyer und hofft auf viele Anträge. Neu ist ein sogenannter Imkerbonus von 100 Euro für die gute Kooperation von Landwirten mit einem örtlichen Imker. Landwirte, die sich für Umwelt, Klima- und Wasserschutz sowie Artenvielfalt und Landschaftspflege einsetzen, haben noch bis Mitte Mai Zeit, um einen Antrag für die neue Blühstreifenförderung zu stellen.Die Aufgaben des Bieneninstituts reichen von der Königinnenzucht über die amtliche Bienenseuchendiagnostik, die Bekämpfung von Bienenkrankheiten bis hin zu Untersuchungen in der Qualitätskontrolle von Honig. Die Unterstützung der Imker gehört zu den Kernaufgaben des Institutes. Insbesondere durch die beständige Zunahme von Freizeit- und Berufsimkern ist die Celler Einrichtung mit ihren Schulungs- und Beratungsangeboten sehr gefragt. Bundesweit ist das Institut die einzige Berufsschule für die Ausbildung zum Berufsimker.