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Celle Stadt Minister bezeichnet Wolfsabschuss als "notwendig zur Gefahrenabwehr"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Minister bezeichnet Wolfsabschuss als "notwendig zur Gefahrenabwehr"
12:26 07.11.2018
Celle

Es war eine intensive Suche, die die Mitarbeiter des Landes seit Montag absolviert haben, um den Rüden aus dem Munsteraner Rudel zu finden.

Nach CZ-Informationen hatten die Verantwortlichen am Mittwoch den ganzen Tag kein Signal von dem Tier, das sich im Heidekreis auch auf den Truppenübungsplätzen bewegt hatte. Am Mittwoch gegen 17 Uhr soll dann ein Funkkontakt zustand gekommen sein und es wurde beschlossen, zu handeln. „Die letale Entnahme wurde gegen 20 Uhr durchgeführt. Bei der Maßnahme haben wir uns der Amtshilfe der Polizei bedient“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Das Tier ist dabei nach CZ-Informationen im Raum Fallingbostel unterwegs gewesen sein. Die Idee aus dem Umweltministerium, den Wolf erst zu betäuben und dann einzuschläfern, hat dabei nicht geklappt. „Der Immobilisierer ist nicht nahe genug an das Tier herangekommen. Deswegen musste der Wolf mit einem Schuss getötet werden“, so Wenzel.

Die Maßnahme können sicher niemanden freuen. Doch sie sei "im Rahmen der Gefahrenabwehr" notwendig gewesen. Eine besondere Rolle haben dabei die beiden Vorfälle nahe Groß Hehlen und bei Lachendorf gespielt, bei denen der Wolf Menschen doch sehr nahe gekommen sei.

Mit der Tötung hat das Umweltministerium letztlich auch die Forderungen von Organisationen wie dem WWF und der Gesellschaft für freilebende Wölfe erfüllt, die sich dafür ausgesprochen hatten, dass der Wolf nicht wie vom Ministerium geplant, betäubt und in ein Gehege kommt. Die sei für einen in Freiheit aufgewachsenen Wolf Tierquälerei.

Der Celler CDU-Abgeordnete Ernst-Ingolf Angermann begrüßte den Schritt, der „notwendig war, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und die Akzeptanz zu erhalten“. Er fordert, Lehren aus diesem Fall zu ziehen. „Es muss schneller und konsequenter eingegriffen werden. Das gilt auch für Wölfe, die sich auf Nutztierrisse konzentrieren“, sagte Angermann. Er sieht solche Maßnahmen durch die Vorgaben gedeckt.

Der Minister allerdings sieht das anders. „Der Fall in Goldenstedt liegt völlig anders. Hier geht es um nicht ausreichende Sicherung durch entsprechende Zäune“, so Wenzel. Allerdings dürfte es darüber noch Diskussionen geben, denn die Wölfin überspringt offenbar auch sehr hohe Zäune.

Wenzel sieht trotzdem derzeit keinen anderen Wolf, der so auf Menschen zugeht, wie MT6 es getan hat. Seine Schwester mit Sender, die die Experten als FT10 führen, zeige keine Auffälligkeiten. „Ich hoffe, dass dieser Wolf ein Einzelfall bleibt, auch wenn ich für die Zukunft keine Entnahmen ausschließen kann“, so der Minister.

Niedersachsen wolle jetzt auch eigene Experten für Vergrämung ausbilden. Als der schwedische Experte hier gewesen sei, um die Vergrämung an MT6 durchzuführen, seien Fortbildungen gemacht worden. Der Minister erwartet allerdings auch nicht, dass sich die Diskussion über den Wolf damit erledigt hat.

Aus seiner Sicht muss MT6 in seiner Jugend angefüttert worden sein, um seine Scheu zu verlieren. „Deshalb müssen wir alle tun, um solche Habituierungen zu verhindern. Er appellierte an alle Menschen, keinen Müll und Essensreste in der Natur liegen zu lassen.

Der Celler Wolfsberater Helge John begrüßte die Entnahmen und auch das Agieren der Verantwortlichen. „Die letzten Tage waren etwas kribbelig, aber jetzt muss man feststellen, die Behörden haben alles richtig gemacht. Die Entnahme war jetzt zwingend notwendig.

Von Tore Harmening