Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Mit Klappstühlen auf der Spur der „Flüchtlings-Herausforderung“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit Klappstühlen auf der Spur der „Flüchtlings-Herausforderung“
12:19 14.03.2017
Von Jürgen Poestges
Nina de la Chevallerie
Celle Stadt

Entstanden ist das Projekt bereits im Jahr 2009. Seitdem beschäftigt sich de la Chevallerie mit dem Thema Migration. Die konkrete Idee zu „Hilfe!“ entstand im September 2015, als die ersten Flüchtlinge nach Deutschland kamen. „Wir habe uns doch alle über die Bahnhofsklatscher gewundert“, sagt die Regisseurin. „Es gibt da ja durchaus skurrile Situationen.“ Warum helfen wir? Warum helfen wir in Situationen, in denen wir eigentlich gar nicht helfen müssen? Und wie viel sind wir bereit, abzugeben? „Denn Helfen heißt auch immer Teilen.“

In dem Stück geht es um Ann-Marie, die sich von der „Flüchtlings-Herausforderung“ inspiriert fühlt, und Timo, ihren Weggefährten an der Willkommensfront. Er verzettelt sich zwischen Ja und Ja-Sagen und betrinkt sich im unpassenden Augenblick. Azar aus Syrien will eigentlich nur wissen, was „der Brief“ bedeutet, landet am Ende bei einer Hobbypsychologin. Wie er landen weitere Betroffene im Grenzbereich zwischen gut gemeint und gut gedacht. „Das ist lustig und tragisch, peinlich und falsch“, sagt de la Chevallerie, die den Celler Intendanten Andreas Döring aus seiner Göttinger Zeit kennt. „Bei aller Ironie wollen wir aber durchaus politische Aussagen machen.“

Das Bühnenbild besteht aus Klappstühlen. „Eine Idee unserer Ausstatterin. Die Stühle spielen eine Rolle im Bezug zum Publikum. Da will ich nicht zu viel verraten.“