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Celle Stadt Mit Lotsen und Vermittlern: Celler Kalandhof ist mehr als nur Unterkunft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit Lotsen und Vermittlern: Celler Kalandhof ist mehr als nur Unterkunft
17:45 25.05.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Audrey-Lynn Struck
Celle Stadt

Menschen, die aus dem Sozialsystem raus gefallen sind, keine Wohnung haben, deren Existenz bedroht ist und die aus eigener Kraft nicht mehr die Situation überwinden können: All diejenigen finden Zuflucht im Kalandhof. „Wir erleben hier viel, was einen bewegt. Sei es menschliches Leid oder Biografien, in denen es irgendwann zu einem Bruch kam“, sagt Ute Pankow, Vereinsvorstand im Kalandhof.

Aktuell wohnen 67 Menschen in der sozialen Einrichtung, die vom Verein Herberge zur Heimat betreut wird. „Wir arbeiten grundsätzlich auf Einzelzimmer-Basis“, erklärt Pankow. Viele Bewohner sind in einem der 38 voll ausgestatteten Apartments untergebracht. Der Rest wohnt in einer von drei Wohngruppen mit insgesamt 18 Einbettzimmern. „Wir haben oft mit Menschen am Rande der Gesellschaft zu tun, die sich ausgegrenzt fühlen. Da ist es wichtig, dass sie hier erst einmal für sich zur Ruhe kommen können“, so die Vorsitzende weiter.

Wenn man allerdings im Kalandhof richtig angekommen ist, gibt es auch viele Wege sich einzubringen und ein Teil der Gruppe zu werden. Man kann Sport machen oder den Hausmeister bei der Arbeit unterstützen. Außerdem machen die Bewohner Museumsbesuche oder Ausflüge und feiern zusammen Weihnachten. „Irgendwie sind wir auch eine Familie“, erzählt die Cellerin mit einem Lächeln.

Die Hauptaufgabe des Kalandhofs ist es allerdings nicht, den Menschen lediglich eine Unterkunft zu geben. Die Mitarbeiter beraten, helfen jedem individuell und schaffen den Anwohnern eine Tagesstruktur. Außerdem arbeiten sie eng mit anderen Organisationen zusammen und vermitteln. „Wir sind Steuerer, Lotsen, Wegeöffner irgendwo“, sagt Pankow.

Momentan wird in der sozialen Einrichtung viel gebaut, der Speisesaal, der PC-Raum un der Raucherraum werden renoviert. „2017 haben wir noch einmal einen richtigen Schub gemacht“, so Pankow. Schließlich müssten die Gebäude auch für die Zukunft gerüstet sein und neue Wohnformen geschaffen werden. Dazu gehören auch immer wieder Menschen, die vorübergehend in den Kalandhof als Notunterkunft ziehen. Die Silbersee-Anwohner gehören allerdings nicht dazu. Von den Campingplatzbewohnern ließ sich keiner auf dem Gelände an der Hohen Wende blicken.

Es gibt so Phänomene, die kann sich niemand erklären. Das Volksliederfestival in der CD-Kaserne ist so eines. Ursprünglich war es als einmaliges Event geplant, doch in diesem Jahr konnte es schon seinen fünften Geburtstag feiern. Volkslieder scheinen wieder modern zu sein oder sie sind vielleicht auch nie aus der Mode gekommen.

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„Ich habe sie gesehen und war begeistert!“ – so beschreibt Heinz-Dieter Oehl seine erste Begegnung mit seiner roten Simson Schwalbe vor etwa fünf Jahren. „Es macht einfach unglaublich Spaß damit zu fahren und ich finde das Design der 60er Jahre sehr ansprechend.“ Dieses spezielle Fahrzeug stammt aus dem Jahre 1981 und ist das jüngere von zwei Oldtimer-Fahrzeugen, die bei dem 65-Jährigen und seiner Ehefrau Marion in der Garage stehen. Das ältere ist ein blauer VW Käfer mit Baujahr 1962.

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„Ich will mit Frau Suoka in einer Mannschaft sein“, wünscht sich der vierjährige Tiago und wird im gleichen Moment von seinem älteren Bruder Gabriel unterbrochen. „Nein, sie soll in meine Mannschaft kommen.“ Nach einer kurzen Diskussion unter den Geschwistern stehen die Teams schließlich fest und das Fußballspiel im Garten der Familie Castro kann beginnen. Mittendrin im aufgeregten Geschehen steht die Celler Rentnerin Elisabeth Suoka. „Frau Suoka ist unsere Leih-Oma“, erklärt die neunjährige Frieda, ehe sie sich wieder ins Getümmel stürzt. Mit vollem Einsatz wird der Ball von Tor zu Tor gespielt und jeder Treffer euphorisch bejubelt.

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