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Celle Stadt Mit Nachhilfe aus der Notenkrise
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit Nachhilfe aus der Notenkrise
17:22 25.02.2014
Klausuren, Tests und viele - Hausaufgaben: Der Schulstress kann vielen jungen Menschen schnell über den Kopf wachsen. Nachhilfeangebote können Abhilfe bieten. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle Stadt

Die ersten Schultage im neuen Halbjahr liegen bereits hinter den Celler Jugendlichen. Viele von ihnen nutzen das zweite Semester auch als eine neue Chance, um vieles besser zu machen. Denn nicht für alle Celler Schüler waren die Halbjahreszeugnisse erfreulich, manche haben Schüler und ihre Eltern sogar in ernsthafte Sorgen versetzt. Aber was kann man tun, wenn ein Unterrichtsfach große Probleme bereitet, vielleicht sogar die Versetzung stark gefährdet ist? Das Lernen mit den Eltern ist oftmals schwierig – Streit, Diskussionen und Stress können auftreten und manchmal reicht auch das Wissen der Eltern nicht mehr aus. Der beste Weg scheint hierbei oft die Nachhilfe zu sein. Die Entscheidung, ob es der Nachhilfelehrer eines professionellen Nachhilfeinstitutes, ein älterer Schüler aus einer höheren Klasse oder eine private Nachhilfe sein soll, muss jeder Schüler für sich selbst treffen.

In Celle gibt es zwei große Nachhilfeinstitute, die die Celler Jugendlichen in ihrer schulischen Laufbahn unterstützen, um ihre Leistung zu verbessern. Die „Schülerhilfe“ und der „Studienkreis Celle“ bieten den Schüler eine individuelle Förderung. Außerdem besteht die Möglichkeit in Gruppen den Unterrichtsstoff zu wiederholen und zu erlernen. Eine Nachhilfelehrkraft lässt sich aber auch privat engagieren, beispielsweise durch Zeitungsanzeigen, Bekannte oder durch eine Lehrkraft. Für junge Schüler mit Schwierigkeiten bietet es sich zudem an, eine Anfrage in der Pausenhalle seiner Schule aufzuhängen, wodurch sich talentierte Schüler finden lassen, die bereit sind Nachhilfe zu geben.

So gibt auch der 19-jährige Johannes Moor aus Wathlingen Nachhilfeunterricht im Fach Mathematik. „Ich habe damals aufgrund Geldmangels angefangen Nachhilfe in den Fächern Mathematik und Physik Nachhilfe zu geben. Allerdings sehe ich da mittlerweile auch einen Lerneffekt für mich selbst, da ich den teilweise alten Stoff so wiederhole und auffrische“, berichtet der Wathlinger. Der 17-jährige Magnus Hausknecht aus Klein Hehlen besucht momentan die 11. Klasse des Hölty Gymnasiums und nimmt Nachhilfe im Fach Mathematik in Anspruch. Diese erhält er von einem Zwölftklässler seiner Schule. Gemeinsam können nicht verstandene Fragen geklärt und Übungsaufgaben zu neu erlernten Rechnungen gemeinsam gelöst werden. Vermittelt wurde ihm die Hilfe über eine Lehrkraft der Schule. „Für die Klausuren ist die Nachhilfe sehr hilfreich. Es ist gut, den Stoff von einer anderen Person, als dem Lehrer, erklärt zu bekommen“, erzählt der Gymnasiast.

Mit dieser Meinung steht Hausknecht nicht alleine da: Inzwischen nimmt jeder fünfte Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren Nachhilfeunterricht in Anspruch – bis zu fünf Millarden Euro geben Eltern jährlich dafür aus. Das Nachhilfe-Geschäft am Nachmittag boomt. Doch das sollte auch kritisch betrachtet werden. Viele Schüler lernen unter großem Druck, ein taffer Zeitplan, hohe Erwartungen und große Klassen erschweren den jungen Menschen das Lernen. Wenn sie dann noch Nachhilfe in Anspruch nehmen, um die Anforderungen erfüllen zu können, stellt sich die Frage, ob genügend Freizeit übrig bleibt. Die Zeit, in der die Kinder und Jugendlichen sich ausruhen, sich mit ihren Freunden treffen, Zeit mit ihrer Familie verbringen oder ihren Hobbys nachgehen können, kommt heutzutage oftmals zu kurz.

Zudem bedeutet Nachhilfe auch eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Eltern. Die 16-jährige Patricia Rubisch und der 18-jährige Pascal Rudolph geben intern an ihrer Schule Nachhilfe für jüngere Mitschüler. Sie erhalten beide pro Stunde zehn Euro. Hochgerechnet sind das 40 Euro im Monat, im Jahr kommen so knapp 500 Euro zusammen. Das können sich nicht alle Eltern leisten. Daher st es wichtig, darauf zu achten, dass Nachhilfe nicht zur teuren Dauereinrichtung wird.

Nachhilfe muss allerdings nicht immer nur trockenes Lernen sein, bei dem sich die Schüler jedes Mal aufs Neue zum Treffen zwingen müssen. „Ein gewisser Spaßfaktor ist natürlich auch dabei, auch wenn ich meine Freizeit natürlich lieber anders gestalten würde, als mit Mathematik“, erzählt Hausknecht. Froh sei er trotzdem über die zusätzliche Hilfe.

Von Fiona Meier