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Celle Stadt Mit Schwung und Elan zum stimmgewaltigen Finale
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit Schwung und Elan zum stimmgewaltigen Finale
13:34 14.12.2017
Über 100 junge Musiker wirkten beim Weihnachtskonzert des Ernestinum in der Stadtkirche mit. Quelle: Michael Schäfer
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Die konzentriert-eifrigen Gesichter machten den einen oder anderen Patzer mehr als wett – schön, dass hier jeder integriert wurde, der dabei sein wollte. Zusammen mit der Chorklasse (5 a und b) gaben die Mädchen und Jungs aus der Unterstufe dort vor dem Altar ein reizendes Bild ab und ließen das Herz ihrer Eltern und Großeltern vor Stolz anschwellen – zu Recht, denn ihr „Adeste Fideles“ klang rein und glockenhell.

Damit hatten die Mitglieder der Chorklasse 6b und des Mittelstufenchors eine steile Vorlage, die auch sie mit ihrem Repertoire gut meisterten. Trotzdem ist es gut, dass so ein Konzert kein Wettbewerb ist, denn im Vergleich zum unbefangenen, begeisterten Schwung und Elan der Jüngsten, blieben die Älteren allgemein etwas zu verhalten, ja scheu (was im Übrigen auch für die Beiträge des Mädchenchors gilt). Vielleicht haben die vielen Menschen im vollbesetzten Gotteshaus sie etwas verunsichert oder die Aufregung war zu groß. Eine interessante, moderne Variante und ein Wagnis gelang dagegen wirklich mit der musikalische Fassung von Storms „Knecht Ruprecht“ – ein fast schon gerappter Sprechgesang.

Den Höhepunkt des Abends setzten allerdings die Mitglieder der Rezitations-AG – namentlich leider weder angekündigt noch im Programmblatt verzeichnet. Vor allem der Vortrag von Julia Engelmanns „One Day“ über verdrängte und verschobene Vorhaben, die man immer schon mal machen wollte, war höchster Poetry-Slam-Kunst würdig. Der Ausschnitt aus Ralf Zicks „Der Gefangenenchor“ machte betroffen, die lustig-kecke Moritat à la Loriot über „Advent“ sorgte für großes Amüsement im Sinne eines frechen Schülerstreichs, der ins Programm geschmuggelt war.

Ein stimmgewaltiges Finale mit einem Weihnachts-Medley an dem alle Beteiligten gemeinsam mit dem Publikum beteiligt waren, bildete den spektakulären Abschluss.

Von Doris Hennies