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Celle Stadt Mit Vorsicht in die Celler Grillsaison
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit Vorsicht in die Celler Grillsaison
20:58 06.05.2015
Besonders vorsichtig muss Hähnchenfleisch gegrillt werden. Aber schon bei der Zubereitung ist Hygiene wichtig.  Quelle: Malte Christians
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Wegen mangelnder Hygiene infizieren sich immer mehr Menschen mit dem sogenannten „Grill- und Picknickerreger“. In Stadt und Landkreis Celle gab es 2014 insgesamt 177 meldepflichtige Fälle und damit rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach aktueller Statistik wurden für das laufende Jahr bisher 27 Durchfallerkrankungen registriert, obwohl die Grillsaison gerade erst beginnt. Jens Hedicke, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes, erklärt die Zunahme damit, dass die Infektionen besser erfasst worden sind. Gerade nach der Ehec-Welle 2011 wurden Ärzte auch auf viele andere Erreger aufmerksam.

Das Darmbakterium mit dem Namen Campylobacter ist ein Krankheitserreger, der sehr oft auf Hähnchenfleisch zu finden ist. Ein weit verbreiteter Irrtum führt zu Infektionen durch diese Bakterien: Obwohl Hähnchen meist ausreichend gekocht, gebraten oder gegrillt wird, lauert die Gefahr woanders. Mangelnde Küchenhygiene bei der Vorbereitung des Grillguts sorgt oft für eine äußerst unangenehme Infektion. „Die Erreger gelangen vom rohen Fleisch auf die Hände oder die Arbeitsplatte und dann auf Lebensmittel, die nicht gegart werden. Dies kann beispielsweise ein Salat sein, der an gleicher Stelle zubereitet wird“, sagt Sascha Teifel von der DAK-Gesundheit in Celle. Die Folge sei eine Erkrankung mit Durchfall und Bauchkrämpfen oder in besonders schweren Fällen auch Nerven- und Gelenkentzündungen. Besonders häufig infizieren sich kleine Kinder und junge Erwachsene. Meist halten die Beschwerden zwei, drei Tage an.

Bei der Zubereitung von Hähnchenfleisch empfehlen Experten besondere Aufmerksamkeit bei der Hygiene. „Hände, Arbeitsplatte, Messer und andere Küchenutensilien sollten gut abgespült oder desinfiziert werden“, so Teifel. Würden zunächst Lebensmittel zubereitet, die nicht gegart werden, so verringere sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung weiter. Durch ausreichendes Kochen, Braten oder Grillen würden die Bakterien später abgetötet. Einfrieren hingegen vermindere zwar die Zahl der Krankheitserreger, beseitige sie jedoch nicht vollständig. Beim Grillen bieten sich getrennte Zangen für das rohe und das gegarte Fleisch an.

Von Dagny Rößler