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Celle Stadt Mit Wilden Wellen und Gummipalme
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit Wilden Wellen und Gummipalme
20:32 12.03.2017
Von Jürgen Poestges
In Feierlaune zeigten sich Sabine Roth und Kai Thomsen alias Pour l`Amour zu ihrem 15jährigen Jubiläum in der restlos ausverkauften CD-Kaserne in Celle. Quelle: Oliver Knoblich
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Thomsen und Roth präsentierten einen Streifzug durch ihre 15-jährige musikalische Beziehung. Es fehlte natürlich nicht das erste Lied, das sie bei ihrem Debüt-Auftritt in Kunst & Bühne gespielt haben: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“, das legendäre Chanson von Rudi Schuricke aus dem Jahr 1949. „Das wollten wir ja eigentlich nicht mehr spielen“, bekannte Thomsen, „aber für die Geburtstagsfeier haben wir es noch einmal ausgepackt.“

Launig ließen die beiden vom Sofa aus ihre gemeinsamen Jahre Revue passieren. Kennengelernt haben sie sich bei einem Musik-Wettbewerb. Sabine Roth war Sängerin in einer Band, Kai Thomsen saß in der Jury. „Du bist mir da sofort als tolle Sängerin aufgefallen“, erklärte der Gitarrist. „Deswegen habe ich dich nachher angesprochen.“ Die Band, in der Roth gesungen hat, hat im übrigen nicht gewonnen ...

Im Mittelpunkt der Abende stand aber selbstverständlich die Musik. Beide bewiesen einmal mehr, dass sie wahre Könner sind. Sabine Roth ist eine Sängerin mit einer unglaublichen Ausstrahlung und einer Stimme, die sich dem jeweiligen Timbre der Songs problemlos anpassen kann. So ganz „nebenbei“ bewies sie auch noch, dass sie der legendären Ilse Werner nacheifert. Ihr gepfiffenes „La Paloma“ war ein echter Hörgenuss.

Der Gitarrist Kai Thomsen steht ihr da in nichts nach. Ob als zurückhaltende Begleitung für Roth oder als Virtuose bei seinen Solo-Stücken: Der Musiker, der im „Nebenberuf“ Geschäftsführer der CD-Kaserne ist, beherrscht sein Instrument perfekt.

Heiteres und Besinnliches wechselten sich ab. Da war der „Schlangenbeschwörer“, laut Thomsen „das peinlichste Lied, das wir jemals aufgeführt haben. Jetzt kramen wir es noch einmal raus, zum letzten Mal.“ Mit Tropenhelm, Stoffschlange und Gummipalme und unter Mithilfe einer Frau aus dem Publikum sorgte das Lied für Schenkelklopfer.

Sabine Roth bewies mit dem Hildegard-Knef-Song „Was wird aus mir?“ oder „Wilde Wellen“, das Axel Prahl auf seinem Album mit dem Babelsberger Filmorchester singt, dass sie mehr als „Haben Se nicht ’nen Mann für mich?“ oder „Kauf dir einen bunten Luftballon“ im Repertoire hat.

Die „Geburtstagsgäste“ waren begeistert, zumal die Künstler im Anschluss noch zu einem gemeinsamen Glas Sekt einluden. Und in 15 Jahren, versprachen beide, gibt es wieder eine Feier in der CD-Kaserne.