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Celle Stadt Mit Wörtern verstehen wir einander
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit Wörtern verstehen wir einander
19:21 26.08.2010
Celle Stadt

„Stellt euch vor, ihr kommt nach Hause und seht auf dem Küchentisch eine Schale mit Erdbeeren. Ihr riecht an ihnen, nehmt euch eine und steckt sie in euren Mund. Schmeckt ihr, wie süß die Erdbeere ist?“ Mit dieser kurzen Geschichte zeigte Steffi Hobus von der Leuphana Universität Lüneburg, dass wir Wörter benutzen können, ohne die Sachen, die sie bezeichnen, direkt vor uns zu haben.

„Was wäre, wenn Holz plötzlich ,Schwamm’ hieße und wenn wir alle Pflanzen ,Stein’ nennen würden?“, fragte Hobus und sorgte unter den Kindern für Verwirrung. „Wir nennen zum Beispiel den Baum ,Baum’, weil sich das irgendjemand mal ausgedacht hat“, sagte ein Schüler und traf damit den Nagel auf den Kopf. „Ja. Es kommt nicht darauf an, dass Wörter den Gegenständen ähnlich sind, sondern, dass andere uns verstehen können“, antwortete Hobus.

Gleich zu Beginn der Vorlesung stellte Hobus ihre eigene Arbeit vor. Sie sammle den ganzen Tag lang Wissen, sagte sie. „Ich staune über etwas, das ich ganz toll finde. Dann nehme ich mir viel Zeit, um sehr lange darüber nachzudenken. Das ist philosophieren“, erklärte Hobus.

Die Philosophie beschäftigt sich auch mit Wörtern und Dingen, so die Expertin. „Menschen könnten sich nicht mehr verstehen, wenn nicht festgelegt wäre, dass man mit dem Wort ,Baum’ auch den Baum meint, sagte Hobus und betonte: „Es ist also ganz wichtig: Wir sprechen mit Wörtern, weil andere uns dann verstehen können.“

Dann forderte die Dozentin die Kinder auf, Tierlaute nachzumachen. Für kurze Zeit wurde die Halle von einem lauten „Tierkonzert“ erfüllt. „Mit Worten wie ,Kuckuck’ oder ,Wauwau’ ahmen wir Tiergeräusche nach. Es gibt aber sehr viele Dinge, die machen überhaupt keine Geräusche. Dann können wir das Nachahmen leider nicht gebrauchen“, sagte Hobus.

Abschließend erläuterte sie den Mädchen und Jungen der Kinderakademie, was man mit Schrift noch alles machen kann. So veranschaulichte sie mit Schriftformen wie Keilschrift und Hieroglyphen sowie dem griechischen und arabischen Alphabet, wie unterschiedlich man Wörter in Schrift verwandeln kann.

Von Manuel Zink