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Celle Stadt Mit der "Mobbing-Brille" gegen Straftaten im Internet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mit der "Mobbing-Brille" gegen Straftaten im Internet
18:11 11.02.2015
Von Carsten Richter
ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Junge reibt sich am 15.05.2013 vor seinem Laptop die Augen. Foto: Oliver Berg/dpa (zu lrs "Cybermobbing an rheinland-pfälzischen Schulen den Kampf ansagen" vom 28.11.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Oliver Berg
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Typisch für Cybermobbing ist: In sozialen Netzwerken wie Facebook und WhatsApp werden die Opfer über längere Zeit und wiederholt gehänselt, erpresst oder bedroht. "Es ist ein Gruppenprozess", sagt Irene Skrobanek, Sozialpädagogin beim DRK Lüneburg. So gebe es nicht nur den Mobber und sein Opfer. Noch wichtiger seien diejenigen, die den Täter unterstützen, und diejenigen, die zum Opfer halten. "Dies sind aber meist nur wenige", so Skrobanek.

Da das Opfer allein nichts machen könne, sei es wichtig, dass Eltern und Lehrer besonders achtsam sind. Sie müssten die "Mobbing-Brille" aufsetzen, erklärt die Expertin. Wenn sich ein Schüler zum Beispiel häufig vor dem Lehrerzimmer aufhalte, sei das ein Warnsignal, so Skrobanek. Bei einem Mobbingverdacht sollten sich die Erziehungsberechtigten an andere Eltern wenden, deren Kinder das Opfer verteidigen, nicht aber an die Eltern des Täters. Seinem Kind das Handy zu sperren, sei aber falsch.

Mobbing an sich ist kein Straftatbestand, Straftaten wie Beleidigung oder Nötigung aber könnten erfüllt sein, so Rechtsanwältin Elisabeth Clausen-Muradian. "Deliktfähig und damit zivilrechtlich verantwortlich sind Kinder schon mit sieben Jahren."