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Celle Stadt Mitarbeiterin kritisiert Lobetal
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mitarbeiterin kritisiert Lobetal
18:15 20.10.2017
Von Dagny Siebke
Celle Stadt

Aus Angst um ihren Arbeitsplatz dürfe ihr Name nicht in der Zeitung stehen. Sie schreibt, dass Mitarbeiter schon Monate vor dem Einzug bemängelt hätten, dass das Personal nicht ausreichen würde. Schließlich würde man die Kollegen und die Bewohner mit ihren Hilfebedarf kennen. „Doch man wurde nie ernst genommen“, betont sie. Deswegen seien die Beschäftigen dazu übergegangen, alle Mängel und Kontaktversuche schriftlich zu dokumentieren.

In den „katastrophalen Anfangswochen“ nach dem Umzug an die Amelungstraße seien drei junge Mitarbeiter wegen „Burnout“ oder einem Magengeschwür ausgefallen, so die Beschäftigte. Auf die Krankheitsausfälle habe Lobetal reagiert und mehrere 450-Euro-Kräfte engagiert. „Trotzdem reichte es von vorne bis hinten nicht“, sagt sie.

Auf CZ-Anfrage sagt Lobetal-Vorstand Carsten Bräumer, dass man bereits eine Adventsfeier organisiert habe, damit sich die Mitarbeiter kennenlernen konnten. Vor dem Umzug an die Amelungstraße seien ihm keine Beschwerden zu Ausstattung und Personal bekannt gewesen. Während regulärer Überprüfungen und nach dem Treppensturz des Rollstuhlfahrers habe die Heimaufsicht keine Mängel festgestellt. Bei der Mitarbeiterin spricht Bräumer von einer "einzelnen Betroffenen, die übers Ziel hinausschießt". Über die Diagnosen der erkrankten Mitarbeiter möchte er nicht mutmaßen. "Man hat keinen Einfluss darauf, wann Menschen krank werden."

Besonders ärgert sich die Mitarbeiterin über das Zitat des Vorstandes, dass Lobetal groß genug sei, um für Angestellte, die sich an der Amelungstraße fehl am Platze fühlten, eine Lösung zu finden. Die Beschäftigte spricht von einem "legendären Dienstgespräch“ Ende April bei dem Bräumer den Mitarbeitern, die nicht mehr in der Amelungstraße arbeiten mochten, fertig ausgefüllte Aufhebungsverträge bereit gelegt habe.

Bräumer betont, dass es sich dabei um ein Missverständnis handele, für das er sich bereits bei einer Mitarbeiterversammlung entschuldigt habe. Er habe gesagt: "Wenn jemand neu ist, der sich hier überhaupt nicht wohlfühlt, dann können wir natürlich auch den Arbeitsvertrag aufheben." Entgegen der Darstellung im Aushang der Mitarbeitervertretung habe er nicht mit Kündigung gedroht, sondern die Angestellten auf ihre Verschwiegenheitspflicht im Arbeitsvertrag hingewiesen.