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Celle Stadt Mitmach-Zirkus in Celle: "Die Kinder sind die Attraktion"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mitmach-Zirkus in Celle: "Die Kinder sind die Attraktion"
12:32 24.04.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Schon am ersten Tag der Proben geben Juli und Jan einen Vorgeschmack darauf, was am Trapez selbst für Achtjährige möglich ist. Jan schwingt sich hinauf, wagemutig zieht sich das Mädchen erst an der Stange und dann an den beiden Seilen nach oben. Trainer Ricardo Rosenbach hat die beiden fest im Blick und hilft nur ein wenig nach. Jetzt sitzt Juli bequem und Jan steigt vorsichtig auf ihre Schultern. Und zu guter Letzt drückt auch sie sich nach oben. Nun stehen beide übereinander auf dem Trapez und können sogar noch lächeln.

Die Katholische Grundschule feiert ihr 300-jähriges Bestehen mit dem Projekt-Zirkus "Laluna". Am Sonntagmorgen haben die sieben Mitarbeiter ihre Zelte im Französischen Garten aufgeschlagen – mit tatkräftiger Unterstützung vieler Eltern. "Es lief wie am Schnürchen. Nach zweieinhalb Stunden stand alles an Ort und Stelle", berichtet Schulleiterin Birgit Klieser-Scholz stolz. Der eigene Schulhof wäre für das Zelt und die fünf Wohnwagen zu klein gewesen.

Bereits gestern sind die Proben losgegangen. Die gesamte Woche lang werden 180 Kinder zu Fakiren, Trapezkünstlern, Clowns, Zauberern und vielem mehr ausgebildet. Zirkusdirektor Mike Rosenbach und dessen Team aus erfahrenen Artisten stehen den Grundschülern zur Seite und geben ihnen wertvolle Tipps. "Die Aufregung und Freude sind groß. Jedes Kind wird seinen eigenen Platz im Zirkus finden", betont Klieser-Scholz. Das Projekt biete den Kindern Einblick in die Zirkuswelt und helfe ihnen dabei, ihre eigenen Talente und Grenzen kennen zu lernen. Zudem trainieren die Schüler schon früh ihre Teamfähigkeit.

Fast wie echte Profis geben die Zweitklässler Juli und Jan nach ihrer Übung am Trapez Interviews. Blutige Anfänger sind die beiden nicht. Juli trainiert im Rollschuhverein und ist ziemlich gelenkig. Dennoch gibt sie zu: "Ich hatte voll Angst vor der Stange und fühlte mich noch unsicher, als ich mich hochgezogen habe. Wir brauchen noch Mehl, damit wir uns nicht wehtun." Jan hat mit seinem Bruder zusammen schon für seine Mutter zum Geburtstag eine Trampolin-Nummer einstudiert. Er sagt: "Man braucht viel Kraft, wenn man sich am Seil hochzieht."

Nicht alle Kinder sind so sportlich wie Juli und Ja. Ein Mädchen hat die kleine Eignungsprüfung für die Trapezgruppe nicht bestanden, denn auch beim "Schweinebaumeln" braucht man körperlich viel Kraft. Trainer Ricardo Rosenbach erklärt: "Jede Gruppe hat sich bestimmte Aufgaben vorgenommen. Uns ist es wichtig, dass die Kinder ihre Stärken ausleben können. Deswegen haben wir für das Mädchen eine neue Gruppe gefunden. Sie ist jetzt bei den Jongleuren."

Bis zu 400 Besucher passen in das Zirkuszelt. Bereits bei der Probe haben zwei Lehrer Muskelkater vom Staunen und Lächeln bekommen."Ich bin total begeistert. Wir wussten nicht genau, was auf uns zukommt. Doch die Kinder wussten sofort, was zu tun ist", erzählt Jacob Weber. "Sie haben Sachen gemacht, die sie sich bislang nicht zugetraut haben. Die vielen glücklichen Gesichter werden in Erinnerung bleiben." Viele Übungen seien gar nicht so schwierig gewesen, auch nicht so sportlich Begabte hätten Strahlen können. "Es hat keiner gebockt, es war keiner genervt", so Weber.

Ein Kind wird die Rolle von Luna übernehmen. Luna schläft und wird auf einem Mond ins Zirkuszelt schweben. In einer Traumwelt trifft Luna Clowns, Fakire und Zauberer. Beim großen Finale werden alle 180 Kinder in der Manege stehen. "Die Kinder sind die Attraktion", betont Direktor Mike Rosenbach. Mit dem Mitmach-Zirkus habe er seinen persönlichen Lebenstraum erfüllt. Über sieben Jahre gestaltete mit seiner Familie Shows im Heidepark Soltau. "Als wir die Show verlassen haben, konnten viele nicht verstehen warum", erzählt er. Doch seit neun Jahren lebt Mike Rosenbach seinen Traum und tourt mit seinem Team von Februar bis November durch Deutschland. Im Winter ziehen die aktiven Artisten zu Festivals und Weltmeisterschaften in die Welt hinaus.

"Dass wir mit Kindern zusammenarbeiten, hat uns viele Türen geöffnet", sagt Mike Rosenbach. "Noch nicht mal Roncalli darf hier im Französischen Garten stehen." Die Kulisse an der Lindenallee sei traumhaft. Stadtsprecherin Myriam Meißner spricht von einer Ausnahme zum großen Jubiläum der Katholischen Grundschule: "Seitens der Stadt haben wir dafür gerne die Fläche zur Verfügung gestellt." Für einen großen Zirkus mit vielen Tieren sei der Park jedoch nicht geeignet.

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Audrey-Lynn Struck 24.04.2018