Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Mitmenschen in Not: Celler Pflegefamilie erholt sich im Center Parcs Bispingen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mitmenschen in Not: Celler Pflegefamilie erholt sich im Center Parcs Bispingen
20:46 29.04.2016
Die 16-jährige Sara-Marie, ihr kleiner Bruder und ihre neue Pflegefamilie konnten ein langes Wochenende im Center Parcs Bispingen verbringen.
Celle Stadt

Zur Erinnerung: Nachdem Sara-Marie (Name von der Redaktion geändert) ihre Mutter leblos im Bett vorgefunden und den Notarzt alarmiert hatte, war zwar eine Reanimierung gelungen, aber nach fünf Tagen im Koma war der Kampf doch verloren. Dem Mädchen zur Seite stand in der ganzen Zeit Nicole Hagenow. Die Nachbarin und Freundin hat die beiden Kinder zu sich genommen und erfolgreich dafür gekämpft, dass die Waisen in ihrer Obhut bleiben dürfen: „Ich habe es ihrer Mutter am Sterbebett versprochen – dass ich für die Kinder sorgen werde“, sagt sie.

Die 38-Jährige hat ihr Versprechen gehalten. Seit dem 27. Oktober leben Sara-Marie und ihr siebenjähriger, stark behinderter Bruder bei der Alleinerziehenden. „Irgendwer musste sich doch um die beiden kümmern“, sagt Hagenow. „Es war ein Hürdenlauf, aber ich kann nur das Beste von den Leuten im Celler Jugendamt sagen.“

Familienhilfe, Kinderpflegedienst, Familienanwalt: Alle mussten vom Wohl der Kinder überzeugt werden. Seit 1. März ist Nicole Hagenow offizielle Pflegemutter. In der Vierzimmerwohnung ist es eng geworden, schließlich leben auch ihre beiden jüngeren Kinder dort. Die finden den Familienzuwachs „richtig gut“. Trotzdem gingen psychische Belastungen an den Fünfen nicht spurlos vorüber. Die Patchwork-Familie hatte ein paar Tage Entspannung bitter nötig. Da kam das lange Wochenende im Center Parcs Bispingen gerade recht. „Wir haben uns gut erholt", so Hagenow. "Die beiden Jüngsten waren aus dem Wasser kaum rauszubekommen. Leider war das Wetter schlecht und man konnte kaum draußen etwas unternehmen, aber es war schön, den Alltag nach all der Aufregung einmal hinter sich lassen zu können.“

Von Doris Hennies