Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Kein Geld für Waschmaschine
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kein Geld für Waschmaschine
17:38 18.12.2018
Quelle: cz
Hermannsburg

An die große Liebe glaubt Elisabeth Berger (Namen von der Redaktion geändert) schon längst nicht mehr. Zwei Ehen hat die Mutter von sieben Kindern hinter sich – die zweite Scheidung ist drei Jahre her. Ihre Geschichte würde die Erzählkraft eines „filmreifen Dramas“ bei weitem übersteigen, sagt sie sarkastisch. Die in Humor verpackte Bitterkeit helfe ihr über die Schicksalsschläge hinweg, die sie nicht nur verkraften müsse, sondern trotz derer sie ihren Kindern einen halbwegs stabilen Alltag bieten möchte.

Die 44-Jährige hatte es schon als Jugendliche nicht einfach. Als uneheliches Kind hatte sie früh die Verantwortung für die jüngeren Geschwister und die alkoholkranke Mutter zu tragen. Trotz der desolaten Lage schaffte das junge Mädchen einen guten Hauptschulabschluss und machte eine Friseurlehre. In der Berufsschule lernte sie ihren ersten Mann Tom kennen. „Wir haben uns Knall auf Fall ineinander verliebt.“ Das junge Paar hatte große Träume von einer gemeinsamen Zukunft – bis Elisabeth unerwartet schwanger wurde. „Klar waren wir leichtsinnig, aber ich dachte auch, dass eine Familie früher oder später sowieso auf unserem Plan stand.“ Das Paar heiratete. Der Sohn wurde geboren, Elisabeth ging in Mutterschutz, auch Tom hatte eine Arbeitsstelle gefunden. Nach eineinhalb Jahren kam der zweite Sohn auf die Welt. „Da hat die Beziehung schon ziemlich gebröckelt, aber ich hoffte das wird wieder, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind.“

Soweit kam es nicht. Elisabeth entdeckte, dass sie nicht die einzige Mutter von Toms Kindern war. Es gab inzwischen ein Baby mit einer Arbeitskollegin. Für Elisabeth brach eine Welt zusammen. Sie setzte Tom nach einem heftigen Streit vor die Tür. Wegen Eigenbedarf und niedrigem Einkommen bekam die junge sie nur insgesamt 200 Euro Unterhalt für sich und die beiden Kinder zugesprochen.

Elisabeth gab nicht auf, bekam einen Krippenplatz und eine Halbtagsstelle und zog um. Dann lernte sie Manfred kennen. Die beiden heirateten nach zwei Jahren, das erste gemeinsame Kind kam „als Bestätigung unserer Liebe.“ Die beiden Erstgeborenen bekamen noch drei jüngere Geschwister. „Manfred wollte eine große Familie. Allerdings meinte er damit, dass seine finanzielle Versorgung ausreiche. Immer häufiger blieb er abends weg, kam mit einem ziemlichen Rausch nachhause. Irgendwann hat das erst seinen Führerschein und dann seine gute Stelle gekostet. Ich hab lange versucht, die Beziehung zu retten.“ Zu lange, wie sie heute weiß. Aus einem letzten „Versöhnungsversuch“ stammen die jüngsten Zwillinge. Als die damals 40-Jährige entdeckte, dass ihr Mann mit einem tiefen Griff auch die Haushaltskasse und ihren Geldbeutel erleichtert hat, zog sie die Handbremse.

Heute arbeitet Elisabeth Berger wieder als Friseurin. Die Jüngsten sind im Kindergarten, die Ältesten haben ihr eigenes Leben und ihr dritter Sohn, der noch zuhause lebt, hat eine Schreinerlehre angefangen und gibt ein bisschen was von seinem Lehrgeld in die Haushaltskasse hinein. Reichen tut das nicht. Von beiden Ex-Ehemännern ist nichts zu holen, die große Familie kann ohne unterstützende Zuwendungen von Amt nicht leben. Seit einigen Wochen ist die Waschmaschine kaputt. Ein Bekannter hat versucht, sie notdürftig zu reparieren, aber das gute Stück ist einfach am Ende. Seither ist abendliche Handwäsche der zahlreichen Kleidungsstücke angesagt. Hin und wieder lässt eine nette Nachbarin für Elisabeth eine volle Trommel durchlaufen. Für ein neues Gerät fehlt es an Rücklagen.

Von Doris Hennies

Celle Stadt Mädchen-Ingenieur-Akadmie - Schülerinnen legen Teich an

Graben und Schweißen: Aufgaben, die meistens eher Jungen machen. Am HBG schlüpften nun allerdings elf Mädchen in die Rolle eines Nachwuchsingenieurs.

18.12.2018

Kerstin Wittstamm und Caspar Harlan konnten die literarischen Aufzeichnungen von Leo und Sonja Tolstoi zu einem intensiven Theaterstück verweben.

18.12.2018

Der Celler Haushalt ist durch. Im zweiten Anlauf stimmten am Montag 27 Ratsmitglieder bei 10 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für den Etatentwurf.

Gunther Meinrenken 17.12.2018