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Celle Stadt Mitreißende Verschmelzung von Sakralmusik und Tango
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mitreißende Verschmelzung von Sakralmusik und Tango
18:16 11.05.2014
Chor und Instrumentalisten unter der Leitung von Thomas Dust bei der - Tangomesse in der St. Ludwig-Kirche. Quelle: Anne Friesenborg
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Ausgerichtet an Bachs Kompositionstechnik und vertraut wirkenden Harmonien war es insbesondere die an Piazollas Tango Nuevo orientierte Rhythmik, durch die Palmeri die strengen lateinischen Messetexte auf mitreißende Weise mit der Leidenschaft des argentinischen Tangos zu verbinden wusste und so zu einer sinnträchtigen Verschmelzung von Sakralmusik und südamerikanischer Glut führte.

Unter der Leitung von Thomas Dust präsentierten der Chor „pro arte musica“ und die Gesangssolistin Irmgard Weber (Sopran) – begleitet vom Hannoverschen Streichquintett „tango sin palabras“ sowie Kostas Raptis (Bandoneon) und Volker Link (Klavier) – die für liturgische Musik ungewöhnlichen Rhythmen am Sonnabend in der Celler St. Ludwig-Kirche und am Sonntag in der Winser St. Johannes-der-Täufer-Kirche.

Es erzeugte einen Gänsehaut-Faktor unter den begeisterten Zuhörern, wie differenziert Sänger und Instrumentalisten mit suggestiver Kraft und Eindringlichkeit auf die dynamische Skala reagierten, die Palmeri in seinem Werk einsetzt. Schon das in flehentlich-dramatischem Ton und mit vibrierender Intensität vorgetragene „Kyrie“ verströmte Energie und entfaltete ebenso wie das folgende „Gloria“ seine großen Spannungsbögen. Dazu gab es herzbewegende Passagen, wie im „Credo“ und im abschließenden emotionsgeladenen „Dona nobis pacem“, einem ungemein eindringlich flehenden „Gib uns Frieden“.

Von Rolf-Dieter Diehl