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Celle Stadt Mittelalter hautnah statt Klassenzimmer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mittelalter hautnah statt Klassenzimmer
20:23 29.08.2010
Impressionen vom Mittelaltermarkt in Alvern aus dem vergangenen Jahr. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Raus aus dem 180-Seelen-Dorf in den 3000-Einwohner-Ort: Die zweite Ausgabe des Mittelaltermarktes in Alvern zieht auf die Festwiese in Garßen um. Während vor Jahresfrist rund 1500 Gäste das Fest besuchten, sollen es dieses Jahr rund 3000 Besucher werden. „Das Ganze ist als Bildungsveranstaltung aufgezogen“, sagt Organisator Henry Voigt („Der Gläserne Heinrich“), der mit Ehefrau Marion Voigt für die Planung verantwortlich zeichnet. „Diesmal wagen wir etwas Größeres“, so Marion Voigt.

Die Veranstaltung vom 24. bis 26. September eignet sich als „Geschichte zum Anfassen“ daher besonders für Schulen und Kindergärten. „Wir haben bereits diverse Grundschulen und Realschulen im Landkreis angeschrieben. Hier gibt es lebendigen Unterricht in Form einer Zeitreise “, meint Henry Voigt. Der Freitag gehört von 11 bis 16 Uhr den jüngsten Besuchern, die dort kostenlos einen Einblick in ein aussterbendes Fachgebiet erhalten. „Die Geschichte des Handwerks steht im Mittelpunkt“, sagt „Der Gläserne Heinrich“. Es werden verschiedene Handwerke angeboten, bei denen sich die Kinder und Schüler ausprobieren können. Dazu kommen Zeitreisende aus halb Deutschland nach Garßen: So sind ein Münzpräger, ein Böttcher, ein Steineschleifer, ein Runenschnitzer, ein Glasbläser, ein Drechsler und einige Experten mehr vor Ort. Sind die Kleinen nach vollbrachter Arbeit müde geworden, können sie sich bei der Märchenerzählerin fantastische Geschichten über Ritter und Drachen anhören – oder aber den Lagerleuten und Händlern Löcher in den Bauch fragen. Sechs Verpflegungsstände sorgen dafür, dass niemand am Hungertuch nagen muss.

Ab 18 Uhr ist der Markt für alle Besucher geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2,50 Euro. Für Kinder ist er frei. Am Freitag und auch am Sonnabend wird es um 23 Uhr eine große Feuershow geben.

Am Sonnabend ist der Markt von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Kinder zahlen 2,50 Euro. Für die Erwachsenen sind es 5 Euro. Am Sonntag gelten dieselben Preise. Die Besucher können von 11 bis 18 Uhr auf das Gelände. Es wird ein Wikingerlager geben, wo ein Axtwerfen veranstaltet wird. Außerdem gibt es dort Showkämpfe mit Ganzkörperkontakt zu sehen. Kinder erlernen, wie man einen Schilderwall aufbaut. „Man muss immer wieder etwas Neues bringen“, weiß Marion Voigt um die Erwartungen der Besucher. Ihr Ehemann und sie besuchen seit 2004 Mittelaltermärkte in ganz Deutschland, holen sich dort Impressionen ein und laden Aussteller auf die eigene Veranstaltung ein. „Der Gläserne Heinrich“ hat gezielt Profis angesprochen. So wird es auch eine Greifvogel-Show geben. Eine Tierfilm-Trainerin von der luxemburgischen Grenze setzt Besuchern Vögel auf den Arm. „Man lernt die Leute auf den Märkten kennen. Aber es hat gedauert, uns einen Ruf aufzubauen“, sagt Marion Voigt. Auf dem Markt in Garßen wird mittelalterliche Mode gezeigt und verkauft werden. Bauchtänzer und Musikbands sorgen für die Unterhaltung. Alle Programmpunkte des Marktes werden noch nicht verraten. „Wir behalten uns Überraschungen vor“, sagt der Veranstalter und lächelt.

Das Ehepaar Voigt sieht den Mittelaltermarkt als „Veranstaltung von und für Garßen“ an. Das Gemeindeleben soll gefestigt werden. „Wir hoffen, dass uns die Vereine vor Ort helfen“, sagt „Der Gläserne Heinrich“. Jugendliche sollen dazu bewegt werden, nicht aus Garßen fortzuziehen. „Es fehlt etwas für Jugendliche in Garßen“, sagt Marion Voigt. „Wenn die Stadt die Bildung finanziell nicht unterstützen kann, machen wir das privat“, sagt Organisator Henry Voigt.

Von Paul Gerlach