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Celle Stadt Modernes Grusel-Melodram mit Matthias Brandt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Modernes Grusel-Melodram mit Matthias Brandt
09:06 19.02.2018
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Bei der heute fast vergessenen britischen Autorin waren die Vögel in einer Art schwarzen Vision eine existenzielle Bedrohung der Menschen. Und genau da haben Brandt und Thomas angesetzt. Bei ihnen wirken die Vögel nur vordergründig als Spannungserzeuger. Vielmehr stellen sie eine nicht fassbare, und darum existenzielle Bedrohung dar. Sie betrifft scheinbar zunächst nur die Bühnenfigur Brandts, die zunächst mit einer gewissen Distanz dargeboten, durch immer dichter, immer illusionistischer werdendes Sprechen und Spielen die Zuhörer so in die Figur hineinzieht, dass die Bedrohung durch die Vögel für manchen geradezu körperlich zu erfahren gewesen sein dürfte. Das war Schauspielkunst vom Feinsten.

Jedoch würde diese verpuffen, wenn da nicht Jens Thomas wäre, der durch seine Art des Spielens und Traktierens eines Flügels und durch eine unglaublich breite Palette an stimmlicher Tonerzeugung den atmosphärischen Boden für Brandt bereiten würde. Thomas etabliert über ein paar Songs Grundstimmungen, von denen der Schauspieler ausgeht, um sich in großen Steigerungswellen bis zum Exzess durch den Text zu wühlen. Noch wichtiger als diese Songs allerdings, sind die Klänge, die Thomas auf unkonventionelle Weise erzeugt. Seltsame Rachenlaute krächzender Art, aber auch Klänge, die so erscheinen als hätte Thomas die Gabe einem Ton seine Grundschwingungen wegzunehmen und nur die Obertöne schwingen zu lassen. Und dann knackt seine Stimme oder rutscht in abgrundtiefe Regionen. Das Ganze kombiniert mit einer Behandlung des Flügels als Schlag- oder Zupfinstrument ergibt einen Soundtrack, der als Klangkulisse für das vorgetragene Horrorgeschehen unter die Haut geht. Es entsteht ein Sog aus Tönen, manchmal zarten, öfter brutalen Klängen und natürlich Worten mit Gesten, dem man sich kaum entziehen kann. Diese Kunst setzt Assoziationen beim Zuschauer frei. Sie braucht keine aufwändigen Filmbilder. Brandt und Thomas schaffen das mit viel einfacheren Mitteln. Und deshalb ist das so geschaffene moderne Grusel-Melodram auch große und höchst originelle und wahrlich einzigartige Kunst.

Von Reinald Hanke

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