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Celle Stadt Monatskarten: Debatte über Rabatt für Celler Schüler
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Monatskarten: Debatte über Rabatt für Celler Schüler
07:25 10.06.2016
Einheitlicher Preis? Im Schulausschuss gab es eine Debatte über die Frage, ob Schüler in der Oberstufe die Monatskarte billiger bekommen.  Quelle: Peter Müller (Archiv)
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Anlass war ein entsprechender Vorstoß der FDP. „Manche Schüler aus Bergen müssen über 100 Euro für die Karte im Monat zahlen. Das können sich nicht alle Familien leisten, in Celle hingegen kosten die Karten nur etwas über 30 Euro“, sagte Charles M. Sievers (FDP). Er kenne Fälle, wo Schüler deshalb nicht mehr weiter zur Schule gehen. Deshalb sei diese Förderung „eine wirkliche Investition in mehr Bildung“, so Sievers.

Die Verwaltung lehnte die Idee ab. Derzeit besuchten im Landkreis Celle 2105 Schüler die Sekundarstufe II, also Gymnasien, Fachoberschulen und berufliche Gymnasien. Nur Schüler der Berufseinstiegsklassen, des Berufsvorbereitungsjahres und der ersten Klasse von Berufsfachschulen hätten bei entsprechender Mindestentfernung einen Anspruch auf Übernahme der Beförderungskosten. Müsste der Kreis die Differenz zwischen der günstigsten Schülermonatskarte von zurzeit 36,40 Euro und dem Durchschnittspreis von 69,25 Euro übernehmen, würden monatlich rund 70.000 Euro fällig. Zudem würden Schüler aus dem Sekundar-I-Bereich benachteiligt, die keinen Anspruch auf eine Karte haben.

Für den Antrag musste sich Sievers zudem Kritik von der SPD anhören. „Es freut mich, dass Sie jetzt ein Herz für die Armen entdeckt haben“, meinte Annette von Pogrell (SPD). Ihre Partei hätte viele Anträge in dieser Richtung gestellt, alle habe die FDP abgelehnt. „Dass Sie jetzt so kurz vor der Wahl kommen, dazu fällt mir nur noch ein Hüsteln ein“, so von Pogrell.

Letztlich setzte sich bei der Politik aber die Erkenntnis durch, dass man den FDP-Antrag nicht einfach als „Wahlgeschenk“ abtun kann. „Es ist deutlich geworden, dass in diesem Bereich unter sozialökonomischen Gesichtspunkten Handlungsbedarf besteht“, meinte Ulrich Kaiser (WG). Man solle in diesem Bereich eine grundsätzliche Lösung anstreben, und die Verwaltung solle deshalb einen Vorschlag erarbeiten. Bernd Zobel (Grüne) empfahl der FDP, den Antrag jetzt zurückzunehmen, um dann bei den Haushaltsberatungen Anfang des Jahres im neuen Kreistag einen Vorschlag zu unterbreiten, der von allen Parteien mitgetragen wird. Auch CDU-Fraktionschef Joachim Müller tendierte in diese Richtung.

Letztlich wurde der Antrag dann vor der Wahl doch für erledigt erklärt, das Thema aber dürfte zu den Haushaltsberatungen zurückkehren.

Tore Harmening

Von Tore Harmening