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Celle Stadt Motor-Sport-Club seit 85 Jahren ein Markenzeichen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Motor-Sport-Club seit 85 Jahren ein Markenzeichen
12:28 24.05.2011
Günther Wede leitet dem Motor-Sport-Club Celle e.V. im ADAC. - Hier mit seinem Youngtimer Mercedes seit 25 Jahren. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Geleitet wird der „MSCC“ seit 1986 von Günther Wede, der als 15. Klubvorsitzender für bis dahin nie gekannte Kontinuität steht. Seit 50 Jahren Mitglied im „MSCC“, leistet Wede seit 35 Jahren Vorstandsarbeit. Eine Kontinuität, die sich auszahlt und den Verein immer fester gesellschaftlich einbindet. Ihm zur Seite im „Geschäftsführenden Vorstand“ sind Schatzmeister Ingo Dumon und der 2. Vorsitzende Peter Brand. Brand ist der erfolgreichste Sportler des Vereins auf zwei und vier Rädern, ob in der Formel V oder späteren Tourenwagenklasse. Sein Trophäenschrank platzt jedenfalls aus allen Nähten.

Es waren die Liebhaber motorisierter Zweiräder, die in Celle den ersten Motorsportverein ins Leben riefen, den sie folgerichtig „Motorrad-Sportclub Celle“ nannten. Ein Verein mit nur kurzer Haltbarkeitsdauer. Denn gut ein Jahr später löste er sich wieder auf. Seine Erbmasse floss in den neuen „Motor-Sport-Club Celle“ ein, der 1930 unter das Dach des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs (ADAC) schlüpfte und so seinen endgültigen Namen „Motor Sport-Club Celle e.V. von 1926 im ADAC“ erhielt.

Nicht jeder im Verein war damit einverstanden. Noch im September 1933 lud der „MSCC“ zum „4. Celler Motorradrennen“ auf die Grasrennbahn in Scheuen laut Programm als „Motorrad-Sport-Klub e.V. Celle Ortsgruppe des ADAC ein.“ Es waren politisch unruhige Zeiten, und auch die Vereinsvorsitzenden wechselten sich im fast jährlichen Rhythmus ab. Den siebten Vorsitzenden im achten Vereinsjahr bestimmten die Nationalsozilisten. 1936 wurde der Klub gleichgeschaltet, was Auflösung bedeutete. Und zu einer elf Jahre währenden Untergrundarbeit der Klubmitglieder führte. Denn diese waren durch ihre Liebe zum Motorsport und auch zur Touristik geprägt und lebten ihre daraus erwachsenen engen menschliche Bindungen aus. So verwunderte es nicht, dass der Verein zwei Jahre nach Kriegsende wie ein „Phönix aus der Asche“ wieder aus dem Untergrund empor stieg.

Am 7. Oktober 1951 gab es ein erstes großes Lebenszeichen. „Auf Deutschlands bester Bahn“, titelte die Cellesche Zeitung im Bericht über das „Erste Dirt-Track-Rennen“ auf Aschenbahn vor 20.000 Zuschauern im Stadion des VfL Westercelle, dem zwei weitere noch folgen sollten.

Immer dichterer Verkehr ließ Straßenrennen danach kaum mehr zu. So blieben dem Verein zwei bis drei Orientierungsfahrten beziehungsweise klubinterne Ausfahrten, die natürlich nur im Rahmen gültiger Regeln des Straßenverkehrs ablaufen duften und für die Klubmeisterschaft zählen. Wobei die kommende Tour am 19. Juni dem Rückblick auf die 85-jährige Geschichte dienen soll. Eine offizielle Jubiläumsfeier wird es jedoch nicht geben.

Immer stärker wird das Vereinsleben des „MSCC“ von jährlich stattfindenden traditionellen Oldtimertreffen in Celle (28. August, zuletzt 600 Fahrzeuge) und Winsen (25. September, zuletzt 300 Fahrzeuge) und clubinterne Veranstaltungen, wie Busausfahrten mit geladenen Gästen, Fahrradtour rund um Hermannsburg oder Braunkohlessen und sein Engagement für die Jugend geprägt.

Tradition hat auch der „Stadtrundgang“, der zum „ADAC-Touristik-Pokal“ zählt und an dem 20 Städte in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt teilnehmen. Schulfahrradturniere an diversen Schulen in Stadt und Kreis, Fahrradkontrollen mit der Polizei, Beteiligung an Seifenkistenrennen, Vergabe von Schutzwesten für Erstklässler, Kart-Slalom-Turniere um den Welfenpokal des ADAC (3. Juli, mit bis zu 60 Teilnehmern), der „Motor-Sport-Club Celle“ mischt auf vielen Feldern mit.

Auch dieser Verein benötigt natürlich Nachwuchs, ist aber recht ordentlich strukturiert. „Unser jünstes Mitglied ist acht Jahre alt, das älteste über 80. Wie man sieht, ist der „MSCC“ für alle Altersschichten interessant“, schmunzelt Wede.

Von Gert Neumann