Motorbooten auf der Aller droht das Aus
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Celle Stadt Motorbooten auf der Aller droht das Aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Motorbooten auf der Aller droht das Aus
19:38 19.10.2016
Von Michael Ende
Während rings um den Celler Hafen die Arbeiten zum Ausbau der Allerinsel weitergehen, denkt man in Hannover über das Aus für die Motor-Schifffahrt auf der Aller nach. Quelle: Oliver Knoblich
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Die Aller ist von Celle bis zur Mündung in die Weser „Bundeswasserstraße“. Durch vier Schleusen wird gewährleistet, dass hier Motorboote fahren können. Die Schleusen sind rund 100 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Schleusenneubauten würden 24 Millionen Euro kosten. Aus Sicht des Bundes hat die Aller nur noch eine touristische Bedeutung, die ein Eintreten des Bundes nicht mehr rechtfertige. Für Tourismus sei das Land zuständig, heißt es aus Berlin. Bei Übernahme der Schleusen durch Land oder Kommunen sei der Bund zu einer Beteiligung an Schleusenneubauten in Höhe von 50 Prozent bereit.

Vor diesem Hintergrund hatte Adasch die Landesregierung gefragt, wie sie die touristische Bedeutung des Motorbootverkehrs auf der Aller bewerte und was sie dazu sage, dass bei Einstellung des Schleusenbetriebs kein Motorboot mehr den mit erheblichen öffentlichen Mitteln geförderten Celler Hafen erreichen könne: „Warum ist das Land nicht bereit, mit dem Bund über eine Beteiligung an den Kosten oder eine Übernahme der Schifffahrtsstraße zu verhandeln?“

Jetzt hat das Land geantwortet. Seit 2010 habe der Bund wiederholt darauf hingewiesen, dass die Schleusen möglicherweise dauerhaft geschlossen werden müssten, heißt es in der Stellungnahme. Die geringen Nutzerzahlen des Motorboottourismus auf der Aller erschwerten die Rechtfertigung der erforderlichen Investitionen für die Instandsetzung der Schleusen. Der im Rahmen des geplanten Bundesprogramms „Blaues Band“ erwogene Rückbau und die Renaturierung könnten auch aus touristischer Sicht einen „sinnvollen Ansatz“ darstellen: „Eine weitere Nutzung der Aller für das muskelbetriebene Wasserwandern mit Kanu oder Kajak bliebe zudem grundsätzlich weiter möglich.“ Vor Gesprächen mit dem Bund über die Zukunft der Aller wolle man das zukünftige Wassertourismuskonzept des Bundes abwarten.

Adasch ist enttäuscht: „Diese Antwort ist mehr als unbefriedigend. Seit 2013 ist landesseitig nichts passiert, um die mit jedem Jahr maroder werdenden Allerschleusen zu sanieren. Anstatt endlich selbst aktiv zu werden und eigene Konzepte vorzulegen, schiebt Rot-Grün den Schwarzen Peter erneut nach Berlin. Dabei hat der Bund doch schon deutlich gemacht, dass er die Hälfte der Kosten von deutlich kleineren Schleusenneubauten übernehmen würde – wenn nur das Land sich ebenfalls engagieren würde.“