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Celle Stadt Mülltrennung in Celle mit Luft nach oben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mülltrennung in Celle mit Luft nach oben
22:07 06.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Die Qualität der Müllentsorgung in den Gelben Säcken ist in Celle zufriedenstellend, beim Restmüll sieht das Witzenhausen-Institut noch Potenzial. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle Stadt

"Weltmeister im Müll trennen", diesen Ruf haben sich die Deutschen in den vergangenen Jahren erworben. Doch folgt man den Beobachtungen von Henry Mäurer, so "steht das Abfallthema bei der Bevölkerung schon lange nicht mehr ganz oben auf der Agenda", so der Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft. Auch wenn dieser Aspekt in der jüngeren Vergangenheit etwas in den Hintergrund getreten ist, sind die Celler noch ganz gut bei der Sache. Das zeigt die Restmüllanalyse, die das Witzenhausen-Institut jetzt im Auftrag des Abfallzweckverbandes vorgenommen hat.

Im Fokus standen die Restmülltonnen und die Gelben Säcke. Anhand von Stichproben haben die Mitarbeiter des Witzenhausen-Institus im Juli, zur vegetationsreichen Zeit, und im November vergangenen Jahres, wenn kaum noch Gartenarbeit anfällt, die Mülltonnen der Celler unter die Lupe genommen. Dabei hat sich gezeigt, dass im Restmüll im Durchschnitt immer noch 50,2 Prozent organischer Abfall entsorgt werden.

Doch dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen Haushalten mit und solchen ohne Biotonne. Wer keinen Behälter für organische Abfälle hat, weist einen Organikanteil im Restmüll von durchschnittlich 53,6 Prozent aus. Bei Haushalten mit Biotonne sind es nur 43,8 Prozent. Damit liegen die Celler etwa im Durchschnitt anderer Landkreise, die das Witzenhausen-Institut bisher untersucht hat.

Als Fazit hat denn auch Hans-Jörg Siepenkothen vom Witzenhausen-Institut festgehalten: "Die Organik, insbesondere im Restmüll der Haushalte ohne Biotinne bietet das größte Potenzial zur Reduzierung der Restmüllmengen." Siepenkothen hat dabei vor allem eine stärkere Verbreitung und Nutzung der Biotonnen im Auge.

2009, zum Zeitpunkt der Erhebung der vorangegangenen Restmüllanalyse, hatten etwa nur 35 Prozent der Celler Haushalte eine Biotonne. "Dieser Anteil hat sich bis 2014 nicht wesentlich erhöht", konstatiert Siepenkothen. Nach Auskunft von Abfallzweckverbands-Geschäftsführer Mäurer sind es mittlerweile 40 Prozent, habe sich immerhin pro Jahr eine Steigerung von einem Prozent ergeben.

"Andere öffentlich-rechtliche Entsorger haben bereits eine Biotonnenpflicht eingeführt. Daran denken wir im Augenblick nicht", stellt Mäurer klar. Der Celler Abfallzweckverband wolle vielmehr mit mehr Informationen Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung leisten und die Bürger dazu motivieren, sich auch eine Biotonne vor die Tür zu stellen. "Den Cellern sollte klar sein, dass eine Biotonne sinnvoller und kostengünstiger ist. Erst vor zwei Jahren haben wir die Kosten für die Biotonnen gesenkt", so Mäurer.

Zufrieden ist man beim Witzenhausen-Institut und beim Abfallzweckverband mit der Entsorgung des Verpackungsmülls über die Gelben Säcke. "Die Untersuchung der über die Gelben Säcke erfassten Materialien zeigte, auch wenn der Störstoffanteil leicht angestiegen ist, erfreulich gute Qualitäten", urteilt Siepenkothen.

Neben 62,5 Prozent systemkonformer Leichtverpackungen hätten sich auch 12,2 Prozent systemfremde Störstoffe in den Gelben Säcken gefunden. Auf etwa 20,6 Prozent beliefen sich die "gut gemeinten Fehlwürfe". "Damit liegen wir in Deutschland im oberen Bereich", freute sich Mäurer.