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Celle Stadt "Müssen in die Socken kommen"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Müssen in die Socken kommen"
13:42 02.12.2011
Von Michael Ende
Baut‰tigkeit in der Innenstadt. Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

CELLE. Nach Jahren der nunmehr ad acta gelegten Center-Diskussion sei nun der Stillstand in der Celler City beendet, sagte Altstadtkonferenz-Sprecher Günter Stachetzki bei der dritten Konferenz im neuen Rathaus. Nun gelte es, auch tatsächlich in Bewegung zu kommen. Als Wegweiser solle dabei das Ergebnis des Wettbewerbs zum städtebaulichen Denkmalschutz in der Altstadt dienen: "Dieser Wettbewerb hat die Zentro-Idee verfeinert."

Deutlich wurde, dass es Hausbesitzer gibt, die glauben, irgendjemand - aber nicht sie selbst - würde nun das bauen, was sich die Stadtplaner für die Altstadt ausgedacht hätten. Gewollt ist unter anderem das "Entrümpeln" und die Neugestaltung von Hinterhöfen. Stadtbaurat Matthias Hardinghaus: "Es sind nur städtebauliche Ziele formuliert worden. Es bedarf jetzt der Initiative von Eigentümern und Architekten."

Hardinghaus erläuterte, dass man im Rathaus damit rechne, in den nächsten zehn Jahren rund 8 Millionen Euro Fördermittel aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz zu erhalten. Pro Jahr könnte man so zum Beispiel 300.000 Euro etwa für die Neugestaltung von Plätzen und 500.000 Euro für die Unterstütztung privater Sanierungs- und Bauvorhaben ausgeben. Es lägen im Rathaus bereits erste Förderanträge vor, die zurzeit geprüft würden. Die derzeit zu beobachtende Bautätigkeit in der Innenstadt hänge jedoch noch nicht mit dem Förderprogramm zusammen.

"Jetzt ist die Stunde der Projektentwickler", sagte der Stadtbaurat und wies darauf hin, dass zwar Abrisse an den Blockrändern der Altstadt ausgeschlossen sei, dass man jedoch mit radikalen "Eingriffe" in den Hinterhöfen "viel erreichen" könne. "Das Problem sind in der Regel nicht denkmalgeschützte Gebäude. Leerstände gibt es überwiegend in nicht denkmalgeschützten Objekten."

Stadtplaner Wolfgang Schucht erläuterte, dass die Schaffung und Modernisierung von Wohnraum ein wichtiger Aspekt des Förderprogramms sei. Reine Instandsetzungsarbeiten seien nicht förderfähig, und es gebe auch keinen Anspruch auf Förderung. Im Regelfall betrage die Förderung höchstens 37.500 Euro oder 20 Prozent des Investitionsvolumens. In Ausnahmefällen könne sie durch Boni bis zu 75.000 Euro oder 40 Prozent heraufgesetzt werden. Wichtig sei, dass diese Details mit der Stadt vor beginn eines Bauvorhabens verbindlich abgeklärt würden, unterstrich Schucht.

Als einen ersten Erfolg der Altstadtkonferenzen wertete Stachetzki, dass nun Nachbarn einander kennenlernten und über mögliche Kooperationen nachdächten: "Es ist kaum zu glauben, aber es gibt viele, die wissen gar nicht, wer ihr Nachbar ist. Das sollte sich ändern. Wir bringen das in Gang."