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Celle Stadt "Multi-Kul(t)inarischen Kochen": Celler Landfrauen kochen niederländisch (mit Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Multi-Kul(t)inarischen Kochen": Celler Landfrauen kochen niederländisch (mit Bildergalerie)
19:25 11.11.2014
Multi-Kul(t)inarisches Kochen Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Marion Reichling kippt großzügig Ketchup und Mayonnaise in eine Schüssel. „Das Rezept findet ihr in keinem Kochbuch. Das ist meine Fantasie“, sagt sie. Paprika sei ganz wichtig, also kommt auch die in die Menge.

An drei Abenden haben die Landfrauen in die Töpfe fremder Länder geguckt. Beim niederländischen Abend hat Marion Reichling mit rund 20 Frauen gekocht. Dabei haben die Teilnehmerinnen viel Neues aus ihrem Nachbarland kennengelernt. Die ein oder andere Spezialität hat es sogar schon in die Regale deutscher Supermärkte geschafft.

Die flotte Niederländerin in hohen Schuhen, einer schwarzen Hose und einem selbstverständlich in orange gehaltenen T-Shirt hat den Landfrauen gezeigt, wie einfache Hausmannskost auf Niederländisch geht. „Die Reise ist heute nicht ganz so lang, aber auch nicht so schwierig“, sagte sie.

Es war der dritte und für dieses Jahr letzte Abend der Landfrauen-Veranstaltung „Multi-Kul(t)inarisches Kochen“. In den Wochen zuvor wurde thailändisch und marokkanisch gekocht. Die Ketchup-Mayo Soße verfeinerte schließlich einen Garnelen-Cocktail. „Das ist eine traditionelle Vorspeise bei Feiern“, erklärte Reichling, die seit 1980 in Groß Hehlen lebt.

Doch nach dem ersten Happen ging es gleich weiter. Bei der Hauptspeise, Sauerkraut-Kartoffel-Eintopf, haben wieder alle mit angepackt. Denn das Konzept des Kochabends sieht nicht vor, dass nur die Vertreterin der jeweiligen Nation kocht. „Mithilfe ist erwünscht und das mache ich gerne. Es ist sehr spannend, mal andere Kulturen kennenzulernen“, sagte Ursula Stettin aus Garßen. So hat auch sie mit den rund 20 Frauen Kartoffeln geschält und den Speck gewürfelt.

Wer gerade keine Aufgabe hatte, machte sich über die kleinen Köstlichkeiten her, die Reichling aus den Niederlanden mitgebracht hatte. Kekse und Küchlein standen auf den Tischen. Es kam schon ein bisschen Weihnachtsstimmung auf, denn zu den Spezialitäten gehören auch Gebäcke, die nach Spekulatius und Lebkuchen schmecken. „Bei uns würden die nicht auf den Tischen stehen. Wir haben Boxen und jeder kann sich etwas nehmen. Dann kommt die Box wieder weg“, erklärte Reichling und musste selbst über die als geizig geltenden Niederländer lachen.

Während die Kartoffeln mit Sauerkraut und niederländischen Rauchwürsten kochten, gab es Kroketten. „Wenn wir aber Kroketten sagen, sind das Fleischkroketten“, so die Gastgeberin. „Das ist höchst interessant, man lernt Nahrungsmittel kennen, die wir so nicht kennen“, sagt Anneliese Stadie, erste Vorsitzende vom Landfrauenverein Celle.

Doch nicht alle Zutaten zu dem gelungenen Abend hat „Hauptköchin“ Reichling aus ihrem Heimatland mit nach Celle gebracht. Die dort beliebte „Chocomel“ gibt es mittlerweile auch in deutschen Supermärkten. Und sie weist drauf hin: „Nennt das nicht Schokomilch, das ist Chocomel, und wir Holländer lieben das.“

Von Johanna Müller