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Celle Stadt Musik als geistiges Abenteuer im Celler Schlosstheater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musik als geistiges Abenteuer im Celler Schlosstheater
12:56 23.05.2018
Das Tetzlaff-Quartett bewies beim Abonnementskonzert des Kammermusikrings im Celler Schlosstheater sein Können mit einem Konzert auf hohem Niveau. Quelle: David Borghoff
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Die Musik des elften Streichquartetts wirft jeden, der sie richtig hören kann, zurück auf sich selbst und auf die eigenen Probleme. Und letztlich kann sie doch Trost spenden, denn wenn ein Tonsetzer das Komponieren einer solchen Musik überlebt, dann geht es uns allen, die wir diese Musik hören können, doch eindeutig viel besser. Wir stecken nicht in dem seelenzerreißenden Zwiespalt, den Schostakowitsch immer aushalten musste zwischen Anpassung an das, was ihm vom sowjetischen Staat abverlangt wurde, wie die angesprochene Operette, und dem, was er eigentlich als sein musikalisches Herzensanliegen ansah, nämlich seine Sinfonien und seine Kammermusik. Und wenn diese Musik so intensiv und gestaltungsdicht gespielt wird, wie es an diesem Abend das Tetzlaff-Quartett praktizierte, dann kann man ganz in die Welt dieses Komponisten eintauchen und sie in einem einzigartigen Hörabenteuer entdecken.

Ein ähnliches Abenteuer konnte man an diesem Abend auch mit Mozarts Es-Dur-Streichquartett KV 428 erleben. Dies allerdings weniger wegen der besonderen Interpretation durch das Ensemble, sondern einfach deshalb weil diese Musik für die meisten Zuhörer wohl unerwartet modern war. Ja, Mozart hat gerade in seinen Streichquartetten harmonisch experimentiert, wie in kaum einer anderen Gattung.

Nicht ganz so gelungen das späte B-Dur-Quartett opus 130 inklusive der abschließenden Großen Fuge opus 133. Mit sehr direktem Zugriff begannen die vier Musiker ihr Spiel dieser Musik am Rande der Moderne, aber es fehlte ihrem Spiel ein wenig die Emotion, die bedingungslose Identifikation der Musiker mit dieser Musik. Da klang vieles analytisch brillant aufgedröselt, aber nicht mehr zu einer Einheit zusammen gesetzt. Bei aller Leidenschaft mit der das Ensemble agierte, beschlich einem immer wieder das Gefühl, dass die Leidenschaft dieser Musiker doch eher er- und gespielt, als wahrhaftig empfunden wurde. Hier kämpfte ein Quartett um die perfekte Interpretation, vergaß aber dabei, dass diese nur gelingen kann, wenn alle innerlich frei und offen sind. Trotzdem: Natürlich war auch dieser Beethoven eine Wiedergabe auf hohem Niveau.

Von Reinald Hanke

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