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Celle Stadt Musik der Leidenschaft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musik der Leidenschaft
12:25 29.11.2018
Das Belcea-Quartett begeisterte das Publikum im Celler Schlosstheater. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Wie gut war dieser Bartok gespielt! Das Belcea-Quartett zeigte bei seinem Konzert im Kammermusikring genau den richtigen Sinn für die geistige Tiefe und Konzentriertheit des letzten Streichquartetts dieses Komponisten.

Bartok ist sich in seinem Schaffen über lange Zeit sehr ähnlich geblieben. Er hat keinen spezifischen Spätstil entwickelt, Bartoks Modernität war im höheren Alter nur wenig anders als in früherer Zeit. Was sich in seinem letzten Quartett noch geändert hat, ist, dass er extrem stringent arbeitet, mit äußerst dichten Bezügen zwischen den einzelnen Sätzen das Stück zusammenhält und mit weniger thematischem Material auskommt. Das Verblüffende dabei ist, dass man diese Reduktion nicht im Geringsten als Mangel empfindet. Diese Reduktion auf das Wesentliche merkt man nur, wenn man die Musik genauer kennt. Und wenn sie so auf den Punkt gebracht musiziert wird, wie das an diesem Abend zu erleben war.

Da wurde jede Note mit Ausdruck aufgeladen, auch wenn diese Musik in einzelnen Momenten gerade Ausdruckslosigkeit, Fahlheit, klangliche Kargheit vermitteln sollte. Die großen osteuropäischen Quartettformationen der 60er bis 90er Jahre, die beherrschten diese Art des Musizierens besonders gut. Die vielen brillanten jüngeren Quartette des europäischen Musikbusiness beißen sich an diesen Stücken oft die Zähne aus. Nicht so das Belcea-Quartett. Diesem gelang hier eine Intensität in der Verinnerlichung, die tiefe Spuren beim Hörer hinterlässt.

Ganz anders das letzte Streichquartett von Felix Mendelssohn Bartholdy, das eben kein Spätwerk ist, denn der Komponist starb kurz nach der Fertigstellung des Stückes, allerdings war Mendelssohn da lediglich 38 Jahre alt. Er komponierte diese Musik quasi auf dem Gipfel seiner Schaffenskraft. Da ist nichts zu spüren von Abgeklärtheit oder Altersreife. Das ist Musik der Leidenschaft pur. Genau das brachte das Quartett perfekt zum Publikum herüber. Und das auf einem technisch wie musikalisch sehr hohen Niveau. Während im ersten Satz ein permanentes musikalisches Vibrieren diese Wiedergabe geprägt hat, strahlte das Adagio eine geradezu selige Ruhe aus. Wie auch später die Zugabe von Haydn. Und dann peitschten die Belceas im letzten Satz die Emotionen noch einmal bis an die Grenzen hoch. Kein Wunder, dass das Publikum begeistert war.

Da war es nur schade, dass der Abend mit einem belanglos heruntergespielten B-Dur-Streichquartett KV 589 von Wolfgang Amadeus Mozart begann. Diese Wiedergabe wirkte nicht nur wegen des minimalen Vibratos trocken, sondern weil man das Gefühl hatte, dass das Ensemble mit dieser Musik nichts anfangen konnte. Aber es gab ja noch die grandiosen anderen Interpretationen und eine Zugabe, die vom Feinsten war.

Von Reinald Hanke

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