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Celle Stadt Musikalisch spannend und sehr romantisch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musikalisch spannend und sehr romantisch
17:25 14.06.2011
Auftaktveranstaltung der diesjährigen "Kleinen Hofmusik" am 11. Juni im Hof der Ritterschaft mit dem Volkschor Thalia und Hermann Wiedenroth, der aus einem alten Gedichtsband rezitierte. Quelle: Peter Bierschwale
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Das Wetter spielte erfreulicherweise mit, und so konnten der Volkschor Thalia und Rezitator Hermann Wiedenroth in bestem sommerlichem Ambiente ihr Publikum begeistern.

Der der von Eberhard Achilles geleitete Volkschor Thalia eröffnete das Konzert mit einigen Liedern, die den Gesang und die Freude an der Musik priesen, darunter „Erfreut Euch alle am Chorgesang“, „Meine Stimme klinge“ oder „Lasst im Chor uns singen“. Die Lieder klangen durch eine gute Betonung sehr lebendig, und weil der Chor neben einundzwanzig Frauen mit vierzehn Männern recht gut für einen gemischten Chor besetzt ist, klang der Chor in den Harmonien recht ausgewogen und in den Stimmen kräftig, was von der Akustik des Innenhofes noch unterstützt wurde.

Der Bargfelder Antiquar und Rezitator Hermann Wiedenroth hatte den Band „Das Fröhliche Buch“ mitgebracht, in dem Ferdinand Avenarius im Jahr 1910 recht unterschiedliche Gedichte gesammelt hatte. Wiedenroth gab zwischen den Sets der Chormusik jeweils einige Gedichte zum Besten, und weil er mitreißend rezitieren kann, bildeten seine Vorträge ein selbständiges Glanzstück der Veranstaltung. So amüsierte Wiedenroth sein Publikum mit Wilhelm Buschs spöttischen Gedicht „Von der Enthaltsamkeit“ und zitierte: „Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Sachen, welche wir nicht kriegen.“ Auch Heinrich von Mühlers „Auf dem Heimweg“, in dem die verdrehte Wahrnehmung eines Betrunkenen in Reimen beschrieben wird, gefiel dem Publikum in Inhalt und vorgetragener Form bestens.

Der Volkschor Thalia bot dann einen bunten Strauß an Liedern, die in ihrer Beschwingtheit gut zu dem Rahmen der Veranstaltung passten. Ganz ungewohnt erklang das zum Abschluss vorgetragene „Kein schöner Land“ in einem originellen Arrangement. Die Männerstimmen begannen mit Variationen der bekannten Melodie, dann erst setzen die Frauenstimmen ein. Das war musikalisch spannend, und es klang sehr romantisch.

Die nächste kleine Hofmusik findet am 18. Juni um 17.00 Uhr im Biedermeierhof des Bomann-Museums (Zugang Stechbahn) statt. Sigurd Schmidt wird auf der Laute »Europäische Tänze und Lieder« spielen.

Peter Bierschwale

Von Peter Bierschwale