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Celle Stadt Musikalische Lösungen zum Rätsel Frau
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musikalische Lösungen zum Rätsel Frau
19:49 16.02.2014
Der A-cappella-Chor Hermannsburg ließ aufhorchen bei - seinem Konzert in der - Neuenhäuser Kirche. Quelle: Benjamin Westhoff
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Auf große Begeisterung stieß der A-cappella-Chor Hermannsburg in der vergangenen Woche bei seinen drei Konzerten am Sonntag (Große Kreuzkirche Hermannsburg), Mittwoch (Michaelkirche Faßberg) und Freitag (Neuenhäuser Kirche). Musikalische Lösungen zum „Rätsel Frau“ hatten sich die Sänger anlässlich des Valentinstages dabei zum Thema gemacht und „sowohl die ernsten als auch die humorvollen Seiten dieses alles beherrschenden Lebensthemas“ in ihre charmant-vergnüglichen musikalischen Betrachtungen einfließen lassen. Und zumeist stießen ihre Protagonisten dabei auf so verlockende Lösungen wie Mozarts Papageno: „Und küsst mich ein weiblicher Mund, so bin ich schon wieder gesund.“

Unter der engagierten Leitung von Heidrun Kruse, deren humorvolle Moderation immer wieder für zusätzliche Heiterkeit sorgte, gestalteten die elf Sänger und ihr Pianist Heinz-Jacob Spelmanns eine anspruchsvolle und unterhaltsame Musik-Collage aus volkstümlichen Liedern (darunter „Ännchen von Tharau“), musikalischer Poesie (wie das Ringelnatz-Couplet oder Rossinis „Katzenduett“) sowie bekannten Melodien aus Oper und Operette (etwa aus Lehárs „Die lustige Witwe“, Zellers „Vogelhändler“ oder Mozarts „Zauberflöte“). Die eindrucksvolle Substanz des Chores wurde besonders deutlich, wenn es stimmtechnisch und musikalisch ans Eingemachte ging, etwa in den „Close-Harmony-Passagen“ oder in den Schlussakkorden, deren jeweils lustbetonter Aus- und Nachklang ein Genuss für sich war.

Dabei wussten die Interpreten die klangliche Schönheit der Polyphonie zwischen sphärischem Schweben und temperamentvollem Funkeln ungemein facettenreich zum Ausdruck zu bringen. Auch ihr fein dosierter und treffsicherer Umgang mit der Dynamik ließ die Zuhörer buchstäblich aufhorchen. Und dazu diese scheinbare Leichtigkeit, mit der sie wie selbstverständlich die Freude und Begeisterung für die Musik auf das Publikum zu übertragen wussten.

Von Rolf-Dieter Diehl