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Celle Stadt Musikalische Rafinesse in Blumläger Kirche
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musikalische Rafinesse in Blumläger Kirche
21:51 29.03.2015
Hans-Ulrich von der Fecht - (Cembalo), Gesa Hansen-Prenz (Gesang) und Ulf Dressler (Laute) - in der Blumläger Kirche. Quelle: Alex Sorokin
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Hans-Ulrich von der Fecht (Cembalo), Gisela Helms (Blockflöte), Ulf Dressler (Laute) und Gesa Hansen-Prenz (Gesang) erwiesen sich als leidenschaftliche Musiker, die den gebannt lauschenden Zuhörern die „alte“ Musik unter anderem von Bigaglia, Frescobaldi, Telemann, Vivaldi und Bach in der ihr innewohnenden Vitalität und Attraktivität mit knisternd elektrisierender Energie zu Gehör brachten. Zu keinem Zeitpunkt gerieten die Musiker in Gefahr, in eine asketische Tongebung zu verfallen oder schwülstig zu wirken. Vielmehr schienen sie die barocken Tänze, Fantasien und Sonatensätze als Herausforderung zu sehen, sie aus der Perspektive unserer Zeit neu zu beleben. Dabei boten sie nicht nur ein hohes Maß an musikalischer Raffinesse und geschmeidiger Gestaltung, sondern bewiesen zudem eine ungemein vitale Frische und Liebe zur Musik, die das Publikum zunehmend begeisterte.

Ob Frescobaldis vorbeiziehender Sommerwind „Se l’aura spira tutta vezzosa“ oder van Eycks berühmtes Flötensolo „Engels Nachtigall“, das Helms mit virtuos über die Grifflöcher wirbelnden Fingern wie die flirrenden Flügel eines Kolibris inszenierte und für das es sogar Sonderapplaus gab – durch die flexibel-lebhaften Interpretationen wurde die musikalisch-rhetorische Prägnanz ebenso unmittelbar zum Ausdruck gebracht wie die aus rhythmischen Kontrasten, melodiöser Kultiviertheit und tänzerischer Energie gewonnene faszinierende Klangsinnigkeit der ausgewählten Stücke. Nicht steif-akademisch, sondern mit Herz und Gefühl. Einfach schön.

Von Rolf-Dieter Diehl