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Celle Stadt Musikalischen Höchstleistungen und Glanzaktionen in Celler Congress Union
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musikalischen Höchstleistungen und Glanzaktionen in Celler Congress Union
16:41 24.10.2017
Kultur Querbeet Celle päsentierte die internationale Boogie Woogie Session mit den Pianisten Frank Muschalle (im Bild), Jean-Pierre Bertrand und Julian Phillps in der Celler Conngress Union. Quelle: Oliver Knoblich
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Den jüngsten Beweis dafür erbrachte die „Internationale Boogie-Woogie-Session“, die von Kultur Querbeet Celle am Wochenende in der Congress Union präsentiert wurde. Schon während der ersten „Kostprobe“ des zusammengewürfelten, so fingerfertigen Trios aus England, Frankreich und Deutschland wollte kein Bein stillstehen und die Zuhörer befanden sich – zumindest innerlich – bis zum Ende ganz im Takt, Groove und Swing.

Boogie Woogie – diese fröhlich-ausgelassene Variante des Jazz – scheint auch in Celle auf zahlreiche Fans zu treffen. Der verkürzte Saal der Celler Union war am späten Sonntagnachmittag bis zum letzten Sitz besetzt von Menschen, die das hochkarätige Musikspektakel mit den drei renommierten Stars nicht verpassen wollten. Es wurde zu einer Session im wahrsten Sinn. Kein Notenblatt lag bereit, es genügte die Vorgabe eines Themas, und schon sausten die Finger über die Tasten – auch mal kreuz und quer beim Doppelspiel vierhändig – und jeweils ein Fuß schlug dazu den Takt.

Jean-Pierre Bertrand machte – nach dem gemeinsamen musikalischen Aperitif – den Anfang mit einer persönlichen Version von „Summertime“. Eine Interpretation voller perlender Töne und Triller. Tatsächlich ist seine Spiel- und Interpretationsweise die konzertanteste der drei. Im Kontrast dazu Julian Phillips: Der Brite spielt seine Blues- und Boogie-Vibrations nicht nur auf dem Klavier, er fühlt ihnen auch stimmlich nach und singt – ganz in der Tradition von Jimmy Yancey, Montana Taylor, Leroy Carr oder Albert Ammons. Dadurch bekommen seine Beiträge einen speziellen, herrlich altmodischen Sound. Basic und pur haben seine Kompositionen und Interpretationen noch den Schmelz früherer Jahre. Der dritte im Bunde ist Frank Muschalle. Der heutige Berliner gehört zu den weltweit gefragtesten Boogie-Woogie-Pianisten, ist seit über 25 Jahren international auf Tournee und hat schon mit zahlreichen Größen des Genres gespielt.

Zusammen ergaben die drei so unterschiedlichen Musiker eine geballte musikalische Ladung voller Enthusiasmus, Energie und Leidenschaft. Es war klar zu hören und zu sehen, wie sie sich gegenseitig beflügelten und immer wieder in den freundschaftlichen Wettstreit gingen – zur Freude des Publikums, das so in den Genuss von musikalischen Höchstleistungen und Glanzaktionen kam und vor allem von der Begeisterung der drei einfach mitgerissen wurde.

Von Doris Hennies