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Celle Stadt Musikalisches Patchwork bei Wohnzimmer-Atmosphäre in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musikalisches Patchwork bei Wohnzimmer-Atmosphäre in Celle
17:48 24.03.2017
Beim Konzert von Bet Williams war das Gajah an der Celler Schuhstraße am Mittwochabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Die US-amerikanische Sängerin brachte ihren Mann (am Keayboard) und ihren Sohn (am Schlagzeug) mit. Quelle: Oliver Knoblich
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Es war tatsächlich ein „Best-of-Konzert der Familie“ – eine musikalische Patchworkarbeit: Die Songs der Bet Williams Band – von Rockballaden bis jazzigem Blues. Die Arrangements des „Epiphany Project“ – inspiriert von vielen unterschiedlichen Elementen traditioneller Musik zahlreicher Länder und Vöker, zusammengefügt zu einer neuen, „weltumfassenden“ Musik, grenzüberschreitend und transzendent. Außerdem Stücke des Naghash Ensemble, Kompositionen neuer Musik von John Hodian, die auf den Texten des mittelalterlichen armenischen Dichters und Priesters Mkrtich Naghash basieren.

Im Fokus, aber keineswegs als Star der Gruppe, bewies Bet Williams – die Sängerin mit der „Kraftvollen Stimme über vier Oktaven“ in jeder Form, dass sie ihrem Ruf mehr als gerecht wird. Von rauh-kratzenden Tönen einer echten amerikanischen „Rockröhre“ bis zu klassisch-konzertanten, reinen Soprantönen war alles dabei – und alles vom Besten, pur, ohne unnötige Schnörkel, eindringlich aber völlig unprätentiös. Das galt im Übrigen für das gesamte Familienensemble. Da standen Menschen auf dem kleinen, vom Publikum kaum abgesetzten Podium, die leidenschaftlich und authentisch ihre Musik machten – für die anderen und für sich selbst.

Die fremdanmutenden, nicht so recht einzuordnenden Klänge, Rhythmen und Tonfolgen boten in ihrer Vielfalt ein Mix aus orientalisch, irisch-feenhaftem, volkloristisch bis hin zu einem Hauch Asien. Und dennoch, oder vielleicht auch gerade deshalb entfalteten sie ihre einnehmende, faszinierende Wirkung und nahmen das Publikum in ihren Bann. Zu Recht belohnt mit viel langanhaltendem Beifall und mehreren Zugaben entließ man schließlich diese „Family Cicus Band“, die ihre Tour – auf Einladung der jeweiligen Botschaften – jetzt in Dänemark und Norwegen fortsetzt.

Von Doris Hennies