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Celle Stadt Musiker mit Glückssträhne
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musiker mit Glückssträhne
17:32 04.09.2018
In der Celler Stadtkirche saß Robin Hlinka schon beim Weihnachtskonzert an der Orgel. Im Herbst beginnt sein Masterstudium im Fach Kirchenmusik. Danach zieht es ihn ein paar Wochen ins Ausland. Quelle: Oliver Knoblich
Hannover

Er lächelt, ist dankbar für die vielen Möglichkeiten, die er in Celle, aber auch in Hannover während des Studiums bekommen hat. So leitete er bereits 2014 für acht Monate den Chor Cantamus Celle aufgrund einer krankheitsbedingten Vakanz und bekam im ersten Semester seines Studiums zudem die Möglichkeit, an einer Konzertreise in Polen als Organist teilzunehmen. 2016 war er – wieder wegen einer krankheitsbedingten Vakanz – neun Monate lang für die organisatorische und künstlerische Leitung der Celler Stadtkantorei zuständig. „Das waren Wahnsinnschancen“, resümiert der heute 24-Jährige.

Dabei war der Start in seine musikalische Laufbahn alles andere als perfekt. 2004 fing Hlinka mit Klavierunterricht an, konnte sich jedoch nicht für das Instrument begeistern. Da er nicht übte, wurde er wieder abgemeldet. „Das war eine Katastrophe“, erzählt er und lacht. Durch eine Orgelführung während des Vorkonfirmandenunterrichts kam er mit der Orgel in Kontakt – und fragte direkt, ob er sie mal spielen könne. Von da an bekam er Orgelunterricht bei Almut Höner zu Guntenhausen. Da er schon 14 war, als er anfing, Orgel zu spielen, musste er viele Defizite aufholen. Heute habe sich das aber ausgeglichen: „Ich hatte eine Lehrerin, die mich gut nach vorne gebracht hat“.

An der Orgel schätzt Hlinka vor allem die Vielseitigkeit, sie kann sowohl laut als auch leise sein, genauso wie jede Orgel verschieden ist, etwas Besonderes. Als Jugendlicher war es vor allem spannend, alleine in der Kirche zu sein, alles ausprobieren zu können. So hat er auch einen Kirchenschlüssel bekommen, um jederzeit Orgel spielen zu können, was ihn stolz gemacht habe.

Ein besonderes Erlebnis war für Hlinka auch die wiederkehrende Teilnahme am Jugendorgelforum in Stade, an dem neben Jugendlichen aus ganz Deutschland auch internationale Organisten teilnehmen, um an den historischen Orgeln gemeinsam zu musizieren und auch Freundschaften zu schließen. Dort habe er auch das erste Mal die Idee bekommen, Kirchenmusik zu studieren. Im Oktober 2014 setzte er diese Idee dann um, als er in Hannover das Studium der Kirchenmusik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien aufnahm. „Nach Hannover zu gehen, war auf jeden Fall die richtige Entscheidung“, ist Hlinka sich sicher, „Mit der Orgel in der Marktkirche Hannover habe ich die beste Orgel zur Verfügung, die es hier im Umkreis gibt.“ Neben dem Spaß an der Orgel, besticht der Studiengang auch durch die herausragende Gemeinschaft. So gebe es keine Konkurrenz, wie es sonst manchmal unter Musikern üblich sei. Auch wenn Hlinka nie Zweifel daran hatte, ob die Orgel das richtige Instrument für ihn sei, habe er dennoch eine Zeit lang gehadert, ob er denn gut genug sei, um das Orgelspielen als Beruf auszuüben.

Student genießt
Bilderbuchbedingungen

Mittlerweile steht Hlinka kurz vor dem Abschluss des Bachelor-Studiums und hat auch schon einen Platz im Masterstudiengang Kirchenmusik, der im Herbst beginnt. Und danach? „Mal rauskommen, ein paar Wochen ins Ausland, solange das noch möglich ist“, spricht der 24-Jährige über Zukunftspläne. Denn sobald man erstmal eine feste Kirchenmusikstelle habe, sei es nicht mehr so leicht möglich, für längere Zeit zu reisen. Konkretere Pläne für die Zukunft hat Hlinka noch nicht, schließlich sind es bis dahin noch zwei Jahre. Im Moment konzentriert er sich voll und ganz aufs Studium, genießt die Bilderbuchbedingungen: „Man spielt an den besten Orgeln und arbeitet mit Profis. Das hat man an einer echten Stelle später nicht.“

Die Liebe zur Musik wurde ihm wohl auch durch seine Eltern vermittelt: Sein Vater ist Kontrabassist in Hamburg, seine Mutter studierte Musik. Zur Orgel fand Hlinka aber unabhängig von seinen Eltern, das Instrument faszinierte ihn schon früh. „Es gibt die Anekdote, dass ich schon als Kind im Weihnachtsgottesdienst durch den Mittelgang gelaufen bin und auf die Orgel gezeigt habe“, erzählt Hlinka und lacht. Aufgewachsen ist er zunächst in Wettmar, 2007 kam dann der Umzug nach Westercelle – mitten in der siebten Klasse. „Der Schulwechsel war erstmal doof, aber Celle hat mir in vielerlei Hinsicht viel gebracht“, erinnert sich der Student. So wurde aus einem Unterdurchschnittstypen in der Schule ein sehr guter Schüler, der zunächst die Realschule in Westercelle abschloss und dann das Gymnasium Ernestinum besuchte. Dort wurde er vor allem von seinem Musiklehrer gefördert, durfte beim Weihnachtskonzert in der Stadtkirche an der Orgel spielen.

Wenn er nicht grade Orgel spielt, trifft Hlinka sich mit Freunden, geht tauchen oder guckt sich auf Kurzreisen Städte an. Natürlich spielen dabei auch immer Kirchen und Orgeln eine Rolle, denn: „Musik ist nicht nur Beruf, sondern auch Hobby.“ Wenn er Glück hat, findet er in fremden Kirchen einen Kirchenmusiker, der ihm alles zeigt – dann hat er wieder eine neue Orgel kennengelernt.

Gerade auch durch Konzerte war Hlinka schon in vielen Kirchen, hat an vielen Orgeln gespielt. Vor allem in diesem Sommer standen viele Auftritte an. Schwerpunktmäßig im Raum Celle und Hannover, aber auch in Salzhausen oder Hameln. Ist man nach so vielen Konzerten überhaupt noch aufgeregt? „Manchmal schon, aber meistens nicht“, erklärt der Organist, „Wenn man da oben sitzt, ist man so weit weg vom Publikum, dass man das auch gut ausblenden kann“. Dennoch sei es keineswegs so, dass jedes Konzert gleich sei. Dadurch, dass jede Orgel unterschiedlich sei, müssen auch die Programme an die jeweilige Orgel angepasst werden. Die Stücke werden also je nach Orgel ausgesucht. „In der Stadtkirche klingt zum Beispiel Barock besonders gut“, führt Hlinka weiter aus.

Ein Konzert, das Hlinka aus diesem Sommer in besonderer Erinnerung bleiben wird, fand erst vergangene Woche statt – gemeinsam mit seiner ehemaligen Lehrerin Almut Höner zu Guntenhausen. Das Besondere an diesem Orgelkonzert war, dass die Musik jeweils vierhändig und vierfüßig dargeboten wurde. „Das war fantastisch“, schwärmt Hlinka, „damals war ich ein Schüler, der nichts konnte, und jetzt konnten wir gemeinsam spielen. Da sieht man, wo die Reise hingegangen ist.“

Von Vanessa Fillis

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