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Celle Stadt Musikkabarett vom Feinsten in Celles „Kunst & Bühne“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musikkabarett vom Feinsten in Celles „Kunst & Bühne“
22:02 04.02.2018
Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Kaiser & Plain zählen zu den aktuellen Senkrechtstartern der Berliner Kabarettszene und gastierten mit ihrem zweiten Programm „Liebe in Zeiten von so lala“ zum ersten Mal in der Herzogstadt. Vermutlich deswegen blieben am Samstagabend in Kunst & Bühne einige der Tische leer – der guten Stimmung im Publikum tat das jedoch keinen Abbruch.

Ob das Wiedersehen mit dem Schwarm von früher („Was war ich doch verknallt in dich, ich war wohl nicht ganz dicht – und jetzt sitzt du da mit deinem dumpfen Reihenhaus-Gesicht“), das Ende einer Romanze („Ich wünschte mir, wir könnten schreien – doch zwischen uns kann nur noch lautes Schweigen sein“) oder der One-Night-Stand, den man am nächsten Morgen bitterlich bereut („Im Bett mit diesem Knochen – schon säuselt er von Flitterwochen“) – die Newcomer singen und spielen sich meisterhaft durch Liebesgeschichten in allen nur denkbaren Facetten.

Plains außergewöhnliche stimmliche Bandbreite – von hauchig-zart bis samtig-volltönend – findet in Kaisers Klavierspiel den perfekten Gegenpart. In Abendkleider mit atemberaubenden Dekolleté gehüllt, ist die Berlinerin ganz Diva – und wird dennoch völlig kleinlaut, wenn „Muddi“ auf dem Handy anruft, und nachfragt, ob sie denn nicht so langsam „die biologische Uhr ticken“ höre. Auf der Suche nach „Mr. Right“ schreckt das Duo auch vor Ausflügen ins Publikum nicht zurück – es wird kokettiert, geschäkert und der ein oder andere Schluck aus fremden Weingläsern stiebitzt.

Kaiser & Plain, das ist Musikkabarett vom Feinsten – geistreich und musikalisch gekonnt. Auch dem Celler Publikum gefiel‘s, das lautstark nicht nur eine, sondern gleich zwei Zugaben forderte.

Von Christina Matthies

Eine gute Stunde Gedankenfutter – in mehr als einem Sinn – und ein gelungenes Konzept bekamen die Gäste beim jüngsten „Live-Hörspiel – Ich habe einen Traum“ im Celler Kunstmuseum mit Sammlung Robert Simon geboten.

04.02.2018

Bei „Lailo Nuevo 17“, den beiden Musikergästen von Jürgen Wippichs „Kultur Querbeet“ auf Hof Wietfeldt letztens, könnte man es sich als Chronist einfach machen und aufzählen, welche Art unterschiedlicher Musik gegeben wurde. Mal ein Stück in Pariser Chansontradition, dann ein Gesang wie vom spanischen Land oder ein Tanz wie aus einer katalanischen Bar, dann ein introvertiertes Instrumentalstück, das nur zu sich zu sprechen scheint. Mal eine Nummer nach Lucio Dalla, die in dieser Version fast wie von Paolo Conte klingt, und immer wieder Stücke im Stile der Gipsy Kings. Ein Stück von Charles Aznavour begegnete einer ganz besonderen Fassung von „My Way“. Und immer wieder eingestreut fast schon strenge Flamencos, die von Melanie Delgado getanzt außerordentlich faszinieren in ihrer Mischung aus Formalisierung und total stimmigen musikalisierten Bewegungsabläufen.

04.02.2018

Wo soll man anfangen, wenn man über Mutz berichtet? Natürlich sind beide Konzerte des Celler Musikers im Schlosstheater ausverkauft. Natürlich hat er mit Anja Ohnhold und Martin Connell zwei sehr gute Sänger dabei. Und seine „Black Eyed Banditz“ mit Tony Mulkes (Gitarre), Sören Schmidt (Bass), Felix Hoffmeyer (Schlagzeug) und Tobias Burmeister (Keyboards) sind wie immer eine Bank. Und: Moritz „Mutz“ Hempel kann sich auch eine gute Portion Klamauk erlauben. Trotzdem steht unter dem Strich ein hervorragender und ernstzunehmender Musiker. Was nicht zuletzt an seiner Authentizität liegt. Mutz ist eben auf der Bühne derselbe Mensch wie im Alltag.

Jürgen Poestges 04.02.2018