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Celle Stadt Musterbeispiel für Integration am Celler AKH
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musterbeispiel für Integration am Celler AKH
19:50 27.10.2015
Von Gunther Meinrenken
Integrationsstory: Syrischer Arzt im AKH Ahmad Al Halabi Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Al Halabi darf durchaus als hochbegabt bezeichnet werden – mit 16 Abitur, mit 22 Abschluss des Medizinstudiums inklusive Doktorarbeit. Zum Ende seines Studiums in Damaskus brachte er sich selbst Deutsch bei. Er spricht und schreibt es mittlerweile perfekt. "Die Arztbriefe sind druckreif", lobt ihn Dr. Uwe Brune, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie.

"Ich wollte immer schon Chirurg werden, meine ganze Familie besteht aus Medizinern", erzählt Al Halabi. Seine Zwillingsbrüder studieren in Heidelberg Medizin, sein anderer Bruder ist plastischer Chirurg in Kanada, sein Vater ist Handchirurg, seine Mutter Diabetologin. Sie hat in Syrien das Rettungssystem aufgebaut, vor dem Bürgerkrieg. Die Eltern leben und arbeiten in Kuwait. Alle machen sich große Sorgen um die Großeltern, die immer noch in Damaskus leben. "Wir haben täglich Kontakt", sagt Al Halabi.

Vor dreieinhalb Jahren hatte er zunächst in Braunschweig in der Anästhesie und der Notaufnahme gearbeitet. Dann hat er sich am Celler AKH für Gefäßchirurgie beworben. "Das ist Chirurgie mit Leidenschaft, mit viel Geduld, Kunst und feiner Arbeit und stets eine große Herausforderung, was die Patienten betrifft", sagt er voller Begeisterung.

Noch zweieinhalb Jahre braucht er bis zum Facharzt. Die Zeit will er auf jeden Fall in Celle verbringen. "Celle ist eine friedliche, gemütliche Stadt. Mit gefällt es hier sehr gut", so Al Halabi, der in der Heese wohnt.

Chefarzt Brune ist begeistert von seinem Schüler. "Er hat sich enorm entwickelt. Er ist unheimlich wissbegierig und seine Auffassungsgabe ist enorm", sagt Brune. Er will Al Halabi Kontakte zur Universität vermitteln, der Syrer will hier noch einmal seinen Doktor machen, die Promotion aus Syrien wird in Deutschland nicht anerkannt.

Natürlich beobachtet Al Halabi auch täglich das Elend seiner Landsleute. Er hat bei den Eingangsuntersuchungen der Flüchtlinge im AKH mitgeholfen, hat ständig übersetzt. "Die Geschichten, die man da hört, sind sehr traurig. Unser Volk muss dankbar sein, für die Hilfe, die wir hier in Celle erhalten haben. Davon möchte ich möglichst viel an die Stadt zurückgeben."