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Celle Stadt Mutz und DJ Katzenmaske überraschen Celler
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mutz und DJ Katzenmaske überraschen Celler
12:59 17.09.2018
DJ Katzenmaske brachte beim Crowdsurfing mit Schlauchboot die Smartphones an der Bühne am Markt zum Glühen. Am Freitagabend hatte er seinen Kumpel MC Fitti im Schlepptau und sorgte damit für die Überraschung des Celler Stadtfestes. Quelle: Björn Gnesner
Celle

Wie lange haben die Celler auf diesen Moment gewartet? Und auch für Moritz Hempel sei ein kleiner Traum wahrgeworden, sagt der Vollblutmusiker „Mutz“ nach dem ersten Lied. „Ich habe mir viel Zeit dafür gelassen“, setzt er nach. Es ist sein erster großer Auftritt beim Stadtfest, dabei gilt er in Celle längst als Rock-Ikone, tourte schon durch ganz Europa und stand auf diversen Festivalbühnen.

Heike Hennig hat sich schon lange einen Platz in der ersten Reihe gesichert. „Ich habe Mutz noch beim Treffen der Generationen kennengelernt. Da war er noch nicht mal 16“, erzählt sie. „Damals dachte ich als Sängerin noch, dass ich ihn bemuttern müsste. Doch er hat mit Liedern der Toten Hosen einfach die Bühne gerockt.“ Die Cellerin hat den weiteren Weg der Rampensau begleitet und ihn bei zahlreichen Gelegenheiten auftreten sehen. Sie schätzt den Tiefgang seiner Lieder. „Mutz schreibt nur über Sachen, die ans Herz gehen und die er auch selbst erlebt hat.“ Sie erwarte ein Feuerwerk: „Ich bin mir sicher, dass ich nicht enttäuscht werde, weil Mutz immer abliefert.“

Am Samstag beherrscht Mutz zusammen mit den Blackeyed Banditz sowohl die lauten als auch die leisen Töne – und jede Nuance, die dazwischenliegt. Gänsehaut pur, als Mutz das Lied „Illusions“ seiner ersten Band „ The Hurricanes“ spielte. Die Live-Premiere seines neuesten Songs fiel dafür umso wuchtiger aus. „We‘re the hammer of God“, singt er da. Die Rampensau lässt Mutz auf der Bühne gern heraushängen. „Wer war schon mal so besoffen, dass in rosa Gummistiefeln wieder aufgewacht ist?“, fragt er das Publikum. „Ich schon“, sagt er und lässt sich von Butler Kevin den nächsten Kurzen bringen.

Selbst wenn Mutz in Partylaune ist, denkt er an die, denen gerade nicht zum Feiern zumute ist. So wirbt er bei den Cellern für eine Knochenmarkspende. „Der Junge leidet an einer seltenen Stoffwechselerkrankung. Er wurde gerade eingeschult. Ohne eine Spende wird er keine zehn Jahre alt und kann nicht mehr Handballspielen. Es sind so viele Menschen hier, da wird schon jemand passen“, ist Mutz zuversichtlich.

Auch in Celle will sich Moritz Hempel mehr einmischen. Wie schon bei seinem Konzert im Schlosstheater kündigt er an, Bürgermeister werden zu wollen. „Wenn ich Bürgermeister werde, gibt es Freibier auf dem Großen Plan.“ Nach dem letzten Song steht er mit seinen vielen Wegbegleitern auf der Bühne. Veranstalter Bernd Wengler sagt: „Mutz war wieder großartig.“ Und die Fans stimmen in die „Bürgermeister“-Rufe ein. Bis acht Uhr morgens feiert die Clique. Wenige Stunden später baut Mutz selbst die Bühnentechnik ab, so wie er sie schon am Donnerstag aufgebaut hat. Er sagt nur: „Wer Bürgermeister werden will, muss leiden.“

Zu den Highlights am Freitag gehört der Auftritt von DJ Katzenmaske auf der Bühne am Markt. Auch für ihn ist es das erste Mal beim Celler Stadtfest. Jahrelang war DJ Katzenmaske als Tour-DJ mit dem Berliner Rapper MC Fitti unterwegs. Zusammen haben beide 2017 die Single „Keine Macht den Drogen“ veröffentlicht. In einem gelben Gummiboot lässt er sich über die Menge tragen und sorgt damit für den größten Hingucker des Stadtfestes. Einige Überraschungsgäste waren angekündigt, doch dass plötzlich MC Fitti auf der Bühne zur Hochform aufläuft, haben sich die Celler wohl nicht träumen lassen. Die Fans nutzten die Gelegenheit für das ein oder andere Selfie. Auch noch als DJ Katzenmaske, Stunnah und MC Fitti weiter zum „Späti“ an der Hafenstraße zogen.

Die Celler wissen die musikalische Abwechslung beim Stadtfest zu schätzen. „Die verschiedenen Variationen auf den Bühnen sind das Highlight“, findet Marcus Tiersch aus der Blumlage. Am Freitag stand für den 36-Jährigen die Musik im Vordergrund, am Samstag das Kinderprogramm rund um die Hüpfburg vor dem Schloss.

„Wir finden es gut, dass die Musik tagsüber nicht so laut ist“, sagt Sandra Deiters. Zu den Chansons von „Mademoicelle“ und den Liedern von „Pama‘s la Fuga“ haben ihre Kinder gerne getanzt. Zudem krochen sie durch die Kartonburg und ließen sich vom Kinderzirkus Knalltüte Kunststückchen zeigen. „Mal gucken, wie lange die Kinder noch durchhalten“, so die 36-Jährige.

Hans Bieler erzählt: „Country war schon immer mein Ding. Früher haben mich die Leute für verrückt erklärt, weil ich mir eine CD von Johnny Cash gekauft habe, heute verfilmt man sein Leben.“ Dem 63-Jährigen gefällt die Vielfalt der Bands. „Hier gibt es nicht nur etwas für Alte, sondern auch was für Junge.“ Musikalisch versucht der Altenceller, sich auf dem neuesten Stand zu halten. „Hier erlebe ich Newcomer, die ich bisher noch nie live gesehen, sondern nur gehört habe.“

Sängerin Mareike Dapper von „Olvis & the Olivettes“ tritt gerne beim Stadtfest auf. „Hier trifft man viele Künstler. Alle, die hier sind, haben Bock darauf“, sagt sie. Rainer Kärber aus Bremen ist beeindruckt, was die Celler auf die Beine stellen: „Ich finde es gut, dass Celle so viel für die Stadt macht.“ 382 ehrenamtlichen Helfern ist die Organisation des Stadtfestes zu verdanken. Trotz des ganzen Trubels bleiben die Celler locker. Meike Behm findet: „Es ist toll, dass alle zusammen entspannen können – wie eine Familie.“