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Celle Stadt NDR-Moderatorin Bettina Tietjen spricht in Celle über Demenz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt NDR-Moderatorin Bettina Tietjen spricht in Celle über Demenz
20:38 19.04.2016
NDR-Moderatorin Bettina Tietjen unterhielt mit ihrer Lesung den bis auf den letzten Stuhl besetzten Kreistagssaal prächtig. Sie gab dem Thema Demenz eine Leichtigkeit, die bestens geeignet war, betroffenen Angehörigen und Freunden von erkrankten Menschen Mut und Optimismus zu vermitteln. Quelle: Benjamin Westhoff
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Es ist eine der zahlreichen Geschichten, die Tietjen aus ihrem Buch „Unter Tränen gelacht – mein Vater, die Demenz und ich“ den rund 400 Zuhörern im überbuchten Kreistagssaal am Montagabend zum Besten gibt. Der Titel ist Programm für die von der Bürgerstiftung und der Demenz-Initiative gemeinsam veranstalteten Lesung, deren Erlös den Organisationen zugute kommt.

Dass ein so ernstes Thema so viel Heiterkeit auslösen kann, ist eine Überraschung. Zumal die Autorin die Realität durchaus abbildet, sie spart die dunklen Seiten nicht aus: „Es war nicht immer lustig“, gibt sie zu und nennt als eindringlichste Beispiele die Situationen, in denen ihr Vater ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Selbst geplante Live-Sendungen hielten sie dann nicht davon ab, alles stehen und liegen zu lassen, um bei ihm zu sein: „Sonst wäre er dort untergegangen“, übt sie deutliche Kritik am Krankenhauswesen. Aus diesem Grund hat sie ihre Publikation auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe überreicht.

Tietjen nimmt mit ihrem bereits vor einem Jahr erschienenen Buch der Demenz-Erkrankung ein wenig den Schrecken. Sie zeigt nicht nur einen Weg auf, als Angehöriger damit umzugehen, sondern vermittelt darüber hinaus, dass die Erkrankung sogar die Chance in sich birgt, neue Seiten an dem geliebten Menschen zu entdecken. „Es war nicht nur eine schöne und intensive Zeit, ich habe meinen Vater in der Krankheitsphase auch anders und näher kennengelernt“, macht sie allen als Angehörige Betroffenen viel Mut.

Von Anke Schlicht